Hörst Du Grillen?

Es grillt wieder in Deutschland!

Da man sich hierzulande erbärmlich durch den langen, harten Winter hungerte, giert das ganze Land nun wieder nach eingelegter Luderatzung vom Edelstahltropfnetz über der Glut.

Hastig wird en passant an der Tanke nach den überteuerten Säcken kinderhandgekokter Hartholzkohle südländischer Tropenbestände gegriffen.

Zu Haus eilt man sogleich zum flüssigen chemisierten Schnellzünder um noch vorm Sonnenuntergang dem Nachbar durch Rauchzeichen bekannt zu geben, dass man auch dieses Jahr wieder dabei ist.

Eröffnet ist er wieder, der großartige Wettstreit der Käse-Fisch- und Wurstverbrenner. Es ist und bleibt auch in diesem Jahr die Domäne der Könner und Kenner- eine letzte Domäne der Männer. Eindrücklich untermalt vom zischen und ploppen der Bierflaschen. Die werden nur – und diesmal wirklich nur- zum Ablöschen der Bratenstücke benutzt.

Endlich kann Freundschaft und Nachbarschaft wieder öffentlich auf Terrassen, Balkonen und in Gärten zelebriert oder vorgegaukelt werden.

Wie all die Jahre meist bis Nachts um zwei.

Die Knechterinnen werden auch in diesem Sommer die niederen Arbeiten zu verrichten haben. Sie machen sich über das Putzgemüse und die Salatschüsseln her, um die benötigten Zutaten zur Fertigstellung unglaublicher Gaumengenüsse zeitgerecht reichen zu können.

Durch Stadt und Land ziehen erst die Marketender von Bofrost und Co und dann so dicke  Rauchschwaden, dass man meint, Wallensteins Lager ist gleich bei uns um die Ecke.

Zufrieden jauchzet Groß und Klein: hier grille ich, hier darf ich sein!

TAE Stecker gesucht

Irgendwann trifft es auch den treusorgenden Familienknecht auf die unangenehmste Weise. Wie es sich gehört natürlich auch noch zu einer Zeit, wo man so was wirklich gar nicht gebrauchen kann.

So auch bei uns. Als die Knechterin vor kurzem wieder mal den frühlingshaften Hühnerscharrkurs mit Feudel und Eimer in heimischen Gemäuern absolvierte, ersann sie eine neue Idee:

Und kaum gedacht, wollte sie es auch schon getan sein lassen. Am Liebsten wie üblich von mir und dafür aber sofort.

„Schaaatz, kannst du mir mal bitte helfen…?“ drang es wieder mal an mein Ohr.  Wer kann da schon widerstehen? Noch dazu in meiner von Schmerzen und Erwartungsangst gebeugten Position!

Um dem geneigten Leser die Haltung zu verdeutlichen: Ich war soeben dabei, aus einem mit Haaren und weiteren undefinierbar verklebten Substanzen verschmierten Siphon des Waschbeckens den verlorengeglaubten Ohrring zu befreien. Und so schnell konnte ich den eben auslaufenden Geruchsverschluss auch nicht wieder dichten.

Sie rief noch einmal drängender und dann hörte ich, wie sie in einem Raum irgendwo mit aller Kraft Möbel zu verrücken begann.

Unsere schönen Sitzmöbel schickte sie wieder einmal auf eine ihrer berüchtigten Zimmerrreisen! Als ich das wahrnahm, sprintete ich die letzten Meter und riß dabei uneingedenk des dabei auftretenden Schmerzes noch eine Türklinke ab.

So kam ich vielleicht ein klein wenig später als ich es hätte tun sollen um Schlimmeres zu verhindern. Denn soeben hörte ich etwas krachen und darauf die massiv angeschwollene Stimme meiner Knechterin, die mir mehrere ungewohnt fäkalisierte Worte entgegen rief.

Als ich dazu kam und fragte, was los sei, lehnte sie schon mit vorwurfsvollem Blick am Sofa und deutete auf eine Ecke:

“Das da- und nur weil du dauernd so trödelst. Und jetzt sieh zu, wie du das wieder hinkriegst!“

Mein Blick tastete sich durch das Wohnzimmer und konnte nur die umgerissene Stehlampe erkennen. Die war noch von Tante Ortrud und hätte eh schon auf den Müll gehört. Also hielt sich der Verlust scheinbar erst mal in Grenzen.

Aber dann kam es: sie hatte beim unkontrollierten Möbelboule die gesamten Rückwandinstallationen herausgerissen und pulverisiert. Alle Kabel, Stecker und Dosen waren nur noch ein splitternder Schatten ihres früheren Ganzseins.

Große Kacke!

Es hat mich eine gehörige Zeit gekostet, erst mal den Schaden genau aufzunehmen, um mich dann auf die Suche zu machen, nach all den Verbindungsteilen, Unterputzdosen und dem TAE Stecker. Letzlicht fand ich es dann doch noch bequem und es passte alles in ein Päckchen.

Ganze 7 Stunden Arbeit hat sie mir allein für die Montagen aufgebürdet. Dafür musste sie mir aber auch einen lecker Bratapfelkuchen backen und versprechen, so was aber auch nie, nie wieder zu tun.

Außerdem konnte ich ihr nicht garantieren, dass alle Sender im TV wieder laufen. Besonders wenn Dieter Bohlen wieder bei Blöd-TV faselt.

Tja, Strafe muss sein!

Als der Kleinknecht kürzlich jährte, wünschte er sich einen Besuch in der bekannten und berüchtigten Ostdeutschen Absteige von Cowboys und Indianern. EL DORADO

Na klar, denkt sich der Familienkecht:

“Karl May gelesen- dabeigewesen!”

Und also nichts wie hin.

Klar, die 100 km vor den Toren Berlins sind schon eine Strecke- aber wir haben unterwegs viel gesungen und Räuberpistolen erzählt, so verging die Fahrt rasend schnell.

Dort bei Templin hat man eine wirklich hübsche Stadt aufgebaut, in der allerhand los ist für kleine und große Cowboys. Von der Filmszene übers Bogenschießen, Goldwaschen und Hufeisen werfen war alles dabei, auch jede Menge Tiere zum gucken und streicheln. Es gibt unzählige Details, die man hier nicht aufzählen kann, die muss man unbedingt selbst sehen.

Beim großen Showdown um 17 Uhr in der Mainstreet standen wir ganz vorn und erlebten die formidable Stuntcrew hautnah. Alle Wetter, die Jungs (und ein besonders hübsches Mädel!) sind nicht von schlechten Eltern, die verdienen ihr Geld wirklich hart! Wenn man aber hört, bei welchen internationalen Top- Filmproduktionen die schon mitgespielt haben wundert es gar nicht, dort in der Pampa solche extremen Leistungen zu sehen.

Allein das Training mit den Pferden, damit die nicht bei dem wahnsinnigen, minutenlangen  “rumgeballer” aus dutzenden Remington- Colts unter den Reitern völlig durchgehen, ist bestimmt anstrengend.

Eindrucksvoller waren  nur die indianischen Lieder und Tänze in der Indianershowarena. Wenn dieser Ururenkel kanadischer Schwarzfußindianer die Bühne betritt ist man gebannt und  überwältigt von seiner umwerfenden und ausstrahlenden Aura. Kein weiterer Platz für Worte.

Für mich ganz klar der bewegendste aller Programmpunkte. Und ganz ehrlich: vor allem das ist mir heute noch total präsent und deswegen allein lohnt schon der Weg dorthin.

Alles Gute, EL DORADO!

Kinder froh, Knechterin froh!       -   Happy wife- happy life!

Neues vom Mixer

Hatte ich schon erwähnt, dass mein Freund Raimund die unglaubliche Nase besitzt?

Ja, so etwa wie David Garret das absolute Gehör besitzt und nicht nur die Stücke eines Geigers erkennt, sondern auch w e r da spielt und auf w e l c h e m Stradivari- Instrument. Das im TV bei Thomas Gottschalk im Herbst 2011 mitzuerleben war einfach phantastisch…

Nun, ich denke, jemanden zu kennen, der statt eines absoluten Gehörs die unglaubliche Nase hat- das ist doch auch etwas tolles.

Raimund jedenfalls war es irgendwann einmal leid, sauteure Duftwässer in exorbitant teuren Flakons zu erweben. Das zu einem willkürlich festgelegten und nur vom Aussehen und Marketing bestimmten Preis kaufen zu müssen widerte ihn an.

Recht so, ging mir auch immer genau so. Wenn dann die Feiertage üblicherweise ganz plötzlich und ohne jede Vorwarnung hereinbrachen rannte ich aber auch immer in die Parfümerie.

Regelmäßig ärgerte ich mich danach über die viieel zu hohen Preise. Raimund auch. Nur dass er danach aktiv wurde. Er hat sich selbst das Parfüm mischen beigebracht. Seit einiger Zeit kauft er im Ausland teils vorgemischte Parfümöle und mischt daraus duftende Kostbarkeiten.

Unglaublich, was seine Nase ihm da einflüstert. Ein Glück, dass er uns an seinen Pröbchen teilhaben lässt…

Nur hin und wieder muss ich mich anstrengen eben nicht an den Parfümisten aus Patrick Süsskinds Roman „Das Parfüm“ zu denken.

Der war auch unglaublich- nur nicht auf so angenehme Art.

Schnee zur Ferienzeit

Die Kleinknechte haben lange drauf gewartet und gehofft.

Mir war das weiße Zeug noch von den beiden Vorjahren zuviel. Aber nun kommt es ins Gleichgewicht und es wird alles wieder gut:

Schnee ist angesagt!

Aber was musste ich zuvor schon alles erleiden?

Die Knechterin hatte meine scheinbar unnützen Anschaffungen für den kommenden Winterdienst sogar öffentlich gegeißelt.

Ich gebe zu, den Kaufzeitpunkt hätte man noch etwas optimieren können. Aber das hätte die BSR auch machen können und trotzdem mußten dort die Fahrzeuge und Salzvorräte schon lange vor der angesagten Glätte angeschafft werden.

Dadurch gleich meine Reputation als Familienknecht in Zweifel zu ziehen, war wohl etwas übers Ziel hinausgeschossen.

Meine liebes altes Zankeisen !!

Wie glücklich habe ich doch gestern auf mein Kachelmännchen geschaut und mit Freude den nahenden Schneefall beobachtet!

Frohen Herzens konnte ich angesichts des zu erwartenden Schneefalls nun daran gehen, auszupacken und das Wunderwerk einsatzbereit zu machen.

Was für eine tolle Maschine!

Blitzblank wird es alles sein bei uns und Oma Kasulkes Gehweg mach ich auch noch mit!

Angeben werd ich damit- wie eine Tüte Wintermücken!

Pah, Schneefall – wen juckt´s?