Es ist trocken hier. So richtig trocken und langweilig im Mund. Einfach so grausig trocken, dass mein Kehlkopf und die dort herumliegenden Teile schon längst den Dienst quittiert haben. Der Hals ist dick wie bei einem Kapaun.

Macht aber nix, ich kann mich selbst sowieso nicht sehen. Hochwasseralarm: Warnstufe III!

Die sonst überall fehlende Körperfüssigkeit steht nämlich in meinen Augen. Direkt vor der Linse. Abgesehen von den Henkelohren lauf ich herum, als wäre der Kopf ein dröhnender Globus. Grippezeit! Leute paßt bloß auf, dass ihr den Virus nicht auch noch bekommt.

Als Familienknecht muss man trotzdem eine Menge schaffen über´n Tag. Darum habe ich aus der alten Apotheke alles gezogen was geht: Pillen, Pulver, Globulis.

Alles rein in die Luke.  Aber eigentlich soll man dabei besonders viel Gemüse essen. Schade nur, dass aber auch alles schmeckt wie Weisskohl. Egal: also her mit Zwiebeln, Knoblauch und auch Zitrone soll helfen. Auch Meerrettich hat seeehr viel Vitamin C. Sagt jedenfalls die Wissenschaft!

Oh ja, die haben in den letzten Jahren sehr viel daran geforscht und als Ergebnis unter anderem auch das Märchen vom gesunden Spinat endlich gestrichen. Aber gemacht haben die nicht viel daraus. Denn trotz der ganzen Forscherei sind meine Geschmacksnerven dahin. Übrigens auch die dauerbeleidigten Geruchsrezeptoren meiner Frau. kein Wunder. Liegt ihr mal neben jemand, der in den letzten vier Tagen unter anderem rund ein Pfund frischen Knoblauch gegessen hat. Von mehr als liegen ist erst gar nicht zu reden…

Ist ja eine feine Sache so eine Wissenschaft. Also vielleicht. Aber was schafft sie für mich ganz persönlich an wirklich wichtigen Lebenslösungen herbei?

Warum, bitteschön, kann man das Gemüsezeugs alles für den ohnehin schon geplagten Familienknecht nicht komprimiert herstellen? Mit dem Geschmack von Burgern, Lakritze oder noch besser Highland Malt oder Budweiser?! Das wär mal eine echte Errungenschaft! Der sollte einen Preis bekommen.