Ja, weiß ich, aber manchmal muss der Familienknecht bissel flunkern. Wenn es dem guten Zweck dient! So wie bei meinen Felgen und Reifen. Bisher fuhr ich die Allwetterschlappen, die beim Kauf am Auto waren. Das ging eine Weile, aber nun sind die Profile runter. Schon länger hab ich mir je einen Satz Sommer- und Winterreifen gewünscht.

Die Familienknecht- Knechterin hatte das als unnötigen Firlefanz  abgetan und Mittelanfragen mit dem Wort “Schnickschnack” abgebürstet.

Also muss man Vorarbeit leisten. Internetrecherche, Bremstestartikel und Reifenbewertungen, das ganze Programm. Alles fein geordnet und greifbar zusammengestellt.

Letztens kam ich in eine Verkehrskontrolle. Alles okay, aber dann wollte Micki Blaumann sehen, ob ich vielleicht eine Leiche im Kofferraum habe. Also sagte er mir, er wolle das Warndreieck sehen. War nicht da. Vielleicht von den Motten im Winter zerfressen?

Selbst ausgepackt, irgendwann letzten Sommer oder so? Was weiß ich. Also Ordnungsgeld. Den Brief dazu samt Überweisungsträger zog die gestrenge Frau Budgetverwalterin gestern aus dem Kasten und hielt ihn mir mit spitzen Fingern und Lippen vor die Nase.

Ich sollte bitteschön erklären… und was heißt hier überhaupt „fehlende vorgeschriebene Ausrüstung“… ?

An dieser Stelle zeigt sich, dass es für einen Familienknecht lebenserhaltend sein kann, gut vorbereitet zu sein. Nur so kann man Angriffe abwehren und das Ganze in eine positive Richtung drehen. Schnell erklärte ich sie auf, dass es nur an den mangelhaften Reifen läge, die nach Ansicht des Kontrolleurs zu einer direkten und ganz unmittelbaren Gefährdung der Fahrzeuginsassen führe…

Rein zufällig hatte ich bald die aufbereiteten Unterlagen bei der Hand. Fachliches über Bremswege, Sicherheit und besseres Fahrverhalten bei richtiger Reifenwahl etc.

Ich war alles in allem nicht unzufrieden mit mir. Außerdem unterstützte ich sie so bei ihrer Entscheidungsfindung zu den Reifen.

Unglaublicherweise sofort  (in Worten s o f o r t !!) erhielt ich die Anweisung, neue Felgen und Reifen für Sommer und Winter zu besorgen. Sie wollte Sicherheit zuerst –schon wegen der Kinder. (Klar, um mich geht’s hier ja wohl nicht!)

Besorgen, mahnte sie,  aber wie immer: Schnell und günstig.

Kam gerade von der Werkstatt. Sommerreifen sind drauf. War ein hartes Stück Arbeit. Also vom Monteur, sag ich mal. Ich saß ja derweil mit einem ehemaligen Testfahrer im Beratungsraum und hab mir über den Kaffeetassenrand die kompletten Winterreifen ausgesucht. Die lagen schon hinten drin, als ich zum Wagen kam. Einen Felgenbaum gab´s kostenlos obendrauf.

Das Auto hatten sie übrigens auch noch sauber ausgesaugt. Aber das werd ich zu Hause so nicht erwähnen, mein Einsatz muss ja auch noch was zählen.