Jeder Mensch hat in seiner jetzigen Wiedergeburtsphase Ähnlichkeiten mit einem Tier. Meinen jedenfalls einige, die es zu wissen glauben. Das sei unter anderem abhängig vom Sternbild der Geburt. Und so sei jede Person irgend einem Tier zuzuordnen und hätte auch tief in sich drin entsprechende Eigenschaften.

Tante Ortrud zum Beispiel ist unbedingt Löwe. Jeder weiß das. Genauso wie jeder weiß, das ich das hier mit Rücksicht auf ihr Alter und Respekt vor ihrer Durchsetzungskraft in unserem Familienrudel nicht näher zu erläutern habe. Obwohl ich gern mal würde. Wie so vieles.

Meine Knechterin dagegen ist Huhn. Ganz klar, hundert Prozent Huhn! Meistens.
Das merkt man sofort im Frühling. Sobald die Temperaturen höher klettern, springt sie als erste von der Stange und gackert laut: „guck mal hier, das muss weg“, und „schau mal da, das machen wir jetzt aber mal neu“. Dabei schwingt sie die Flügel und scharrt in jeder nur erdenklichen Ecke mit den Füßen

- ganz klar Huhn.

Hinterher stellt sich oft heraus, dass mit besagtem „wir“ jetzt nicht direkt unbedingt wir a l l e gemeint sind. Meist bezieht sich das letztlich nur auf den einzigen tatsächlichen Zuhörer.

Schon die ersten Anzeichen des “Huhn- Seins”  bemerken die Kinder und ducken vollständig ab. Opa hat gerade dann seine Frühjahrsschwierigkeiten mit dem Hörgerät und ich steh also ganz allein inmitten des Schallwellenwindes bis mir die Haare nach hinten fliegen.

Bei der späteren Kritik an ausgeführten Arbeiten konkretisiert sich das „wir“ dann noch mehr und sehr deutlich auf ein eher anklagendes „du“.
Tja und ich weiß dann wieder, warum diese Seite nicht Pascha heißt.