Ist am Ende des Geldes noch viel Monat übrig, handelt es sich um einen Extremmonat. Einen, mit mehr als zwanzig Tagen. Der leere Kühlschrank wirft die Frage auf: wie weiter?

Am Kalender steht die Lösung! Nichte Paulinchen hat Geburtstag. Die süüße, kleine Pauline! Da fahren wir hin.

Kindergeburtstage sind am Monatsende viel mehr, als nur

gerade recht.

Mal rein theoretisch angenommen, jemand sähe darin eine Möglichkeit, mit Hilfe der Familie des Geburtstagskindes über den Restmonat zu kommen. Das wäre schon ein recht böser Mensch.

Der bräuchte dazu aber auch eine verdammt gute Vorbereitung!

Er durchforscht seinen Haushalt nach leeren Dosen und Behältnissen. Die Meisten und Größten dürfen nichts mit der zu besuchenden Familie zu tun haben. Sonst bleiben sie noch dort. Das sollte nicht passieren!

Würde jemand -mal weiter theoretisch angenommen- so denken, dann wäre das bestimmt nicht in Ordnung. Und man würde sich von diesen Personen klar distanzieren.

Auf alle Fälle brauchen diese Menschen unbedingt ein Geschenk.

Womit erfreut man die liebe, kleine Nichte?

Die Frage stellt sich solchen Menschen nicht!

Jedenfalls nicht so.

Die berechnenden Menschen würden überlegen, was hilfreich wäre.

Ein Kleid von Name it ist sicher.

Sie verschenken das zuckersüße Kleidchen Miva in der Farbe rosa/pink und ziehen es dem Kindlein auf der Feier an. Andere Gäste nutzen diesen Anlass, die Jubilarin zu lobpreisen und werden so unwissentlich zu Werkzeugen gemeiner Menschen. In Kürze ist es sein Lieblingskleidchen, das es nicht mehr hergeben mag.

Oft und vernehmlich loben die eigennützigen Menschen dann die Küche ihrer Gastgeber.

Die mitgebrachten Behälter überreichen sie nach der Abendmahlzeit als angebliche Rückgabe. Einer Diskussion über die Eigentümerschaft unbekannter Dosen entziehen sie sich mit dem Hinweis, diese ja eben wieder mitnehmen zu können.

Dann passiert, was diese egoistischen Menschen bezwecken:

Gute Gastgeber geben fremde Dosen nur gefüllt heraus. Und in große Behältnisse muss man eben viel einfüllen. Wie sähe das denn sonst aus? So werden sie randvoll mit den Leckereien der Feier gefüllt und mitgegeben. Wobei “Leckereien” neuerdings auch Merkwürdigkeiten nach veganen Rezepten beinhaltet.

Ergebnis: die berechnenden Menschen wären dort gern wieder gesehen. Und gut zu essen hätten sie nun auch noch!

Aber das ist ja wirklich nur ein angenommenes und rein theoretisches Gedankenspiel. Daran, dass es wirklich so üble Zeitgenossen gibt, glaubt sowieso niemand. Höchstens vielleicht ein paar ganz Wenige. An Hand dieser Beschreibung wird aber ohnehin niemand erkannt.

Und mit uns hat das schon rein gar nichts zu tun! Wir geben unseren Gastgebern ausschließlich deren eigene Dosen zurück. Ganz selbstverständlich und völlig ohne Hintergedanken.

Wir haben ja auch gar kein Paulinchen in unserer Familie. Die heißt nämlich ganz anders und ausserdem ist ihr Kleidchen Miva auch nicht rosa/ pink, sondern weiß/blau!

Aber dass wir gerade Monatsende haben, ist nun wirklich Zufall.