Viele Berufe entwickeln sich und werden leichter. Dreher z. B. war früher ein außerordentlich schwerer Beruf. Ich selbst habe sehr, sehr oft davon gehört.

Nach einer harten 55-Stunden-Woche schleppten sich die ausgemergelten, spindeldürren Metaller gerade noch zur „Schwarzen Laterne“ an der Ecke. Dort blieben sie entkräftet hängen. Am Tresen. Tapfer kämpften sie gegen das Dehydrieren an. Ihre ölverschmierte Hand hielt das Glas, bis sie mit den Worten:

„Ich bin der Dreher Eilig,

was ich nicht dreh, das feil ich“

entkräftet vornüber fielen und einschliefen.

Heute stellt ein gewerkschaftlich programmierter Computer die Maschine für den CNC-Bediener nach durchschnittlich 37,85 Gleitzeit- Wochenarbeitsstunden ab. Er selbst fährt auf ärztliche Empfehlung die 10 Km mit dem Fahrrad nach Haus. Er bewegt sich sonst so wenig und sollte abnehmen.

Oder KFZ- Meister. Früher hatten die hinten rechts oft schmierige Kratzstellen am Kopf. Sie mussten lange Raten und Überlegen, wo der Fehler liegen könnte. Heute clipt er ein Diagnosegerät an, schaut darauf und sagt: „Tja Männeken, muss ´ne neue Steuerplatine rein.“ Fertig.

Man bemerkt oft mit Freude, wie neue Erfindungen die Arbeitsplätze verändern.

Aber:

mit jeder Idee werden Dinge komplexer. Mentale und technische Anforderungen an Ausführende und deren Umfeld steigen enorm. Und damit die Unfallgefahren und Fehlerquoten.

Wer kümmert sich um diese Probleme?

Warum z. B. ignorieren alle den wahnsinnigen Anstieg der Arbeitsbelastung für den Familienknecht?

Stellt Euch mal meine Arbeitsplatzbeschreibung vor!

Hat irgend jemand eine Ahnung, wie groß Arbeitsanfall und Verletzungsgefahr für meine Berufsgruppe wirklich sind? Wie viel da aus allen Richtungen auf einen einströmt?

Fakt ist: die meisten Unfälle passieren im häuslichen Bereich!

Wem denn wohl, darf man hier mal fragen?
Aber diese Erhebungen werden ja verschwiegen.

Für Familienknechte wird es höchste Zeit, ihre Rechte in einen eigenen Verein zu vertreten. Jawoll!

In die verschiedenen Arbeitsgruppen der Familien- und Arbeitspolitik müssen wir aktiv eindringen. Und interdisziplinäre Lobbyarbeit sollten wir auch betreiben! Unbedingt.

Obwohl, wann eigentlich?

Ach Kacke!