Archive for August, 2011

Der Kleinknecht onkelt schon wieder. Wir waren auch schon eine Weile nicht zur Kontrolle, aber Omas geschulten Auge entgeht eben nichts. Also ab zum Kinder- Chiropraktiker.

Alles okay soweit, meint der, nachdem er die bei Kindern dieses Spielalters übliche Blockade im Halswirbelbereich gelöst hatte.

ABER: er braucht anderes Schuhwerk! Die ausgelatschten Botten sind zwar bequem, bringen ihn aber dazu, darin zu „schwimmen“. Und so verändert sich  sein Gang negativ. Soll man unbedingt drauf achten, ist so wichtig wie eine richtig gute Schultasche oder ein gutes Bett.

Ja, wenn der Knilch einfach zu faul ist, sich zu bücken und die Schuhbänder ordentlich zu schnüren (und das ist meist der Fall), bekommt er heute eben Schuhe, die passen und nicht geschnürt werden müssen.Wir bekamen früher dafür höchstens einen Katzenkopf.

Und weil das in diesem, na sagen wir mal trotzdem: Sommer unbedingt nötig ist, auch gleich noch ein paar ordentliche Kinderstiefel. Erstmal für die Wassermassen und dann auch noch für den Winter.

(Meine Knechterin würde für sich selbst dazu noch ein paar „Übergangsstiefel“ holen, was immer das auch ist.)

Jedoch: bei Kinderstiefeln gibt es massenweise Unterschiede!

Beliebt sind ja die berühmten „chinesischen Stinkstiefel“ –jedenfalls von Mülltonnen.

Es finden sich jedoch auch echt gut sitzende, für Kinder-Fußbetten geeignete und sogar richtig schicke Kinderstiefel.

Nächsten Sonntag sind wir wieder bei Oma und da werde ich das Märchen vom schlechten Gang mal gerade rücken.

Immer das Genörgel!

Kaum hatte die Knechterin den völlig falschen Eindruck gewonnen, ich hätte nicht genug zu tun, sann sie auf Fremdbeschäftigung.

Also auf meine.

Die Fassade meines Gesichtes passte nicht mehr. Zumindest nicht zu ihr.

Daran sollte grundlegend was geändert werden.

Irgendwas muss bei Männern immer geändert werden, ob mal will oder nicht.

Ich wollte eigentlich nicht. Zumindest nicht sofort, denn irgendwie will man dann ja doch immer...

Müssen wollen jedenfalls.

Aber später gefällt es dann auch. Zuerst meidet man gern den Aufwand an Zeit, Nerven und Gewohnheitsänderung.

Eine sportliche Kurzhaarfrisur durfte ich mir im Sommer sofort zulegen müssen, nachdem angeblich erste graue Haare sichtbar wurden (die sich übrigens hinterher ganz bestimmt als ungünstige Lichtreflektion herausstellten!).

Nun ist es meine Brille. Okay, hab ich dann bald eingesehen, dann muss das jetzt wohl sein.

Seit ein Optiker, mit grottenschlechten Fernsehspots versucht, rand-debilen Gruftis die gute alte Brille mit seinem Familiennamen zu verbinden, mag ich seine Allerwelts- Hartzgestelle nicht haben.

Allein der Gedanke, das Schieleisen aus der „Für-Millionen-Deutsche“-Serie zu tragen, ist mir unangenehm.

Nur, wer hat schon dauernd Zeit ins Geschäft zu rennen?

Zum Glück holt man seine Brillen heute einfach. Ich hab mehrere zu Hause eine Zeit lang ausprobiert und durfte mich am Ende sogar gleich für zwei heiße Teile entscheiden.Die Knechterin wahr wohlgelaunt...

Dass sie rattenscharf gut aussehen ist ganz klar, denn die Knechterin wollte sie unbedingt für mich haben.

Und weil es so schön war, hab ich mir noch eine entspiegelte Sonnenbrille in meiner Stärke mit allem Schnick und Schnack geholt.

Alles außer der Reihe und ohne Weihnachtsanrechtsverlust. Manchmal hat mein altes Zankeisen auch wirklich richtig gute Ideen.

Opa hat festgestellt: so eine Brille verleiht auch dem dämlichsten Antlitz einen Schimmer von Intelligenz.

Das hab ich nicht ganz verstanden.

Kann mir jemand helfen?

Ich hätte es kommen sehen müssen

So schöner Sonntag.

Zum Frühstück besorgte die Nachzucht frische Schrippen und Zeitung. Von meinen geliebten Kaffee, den ich mir immer bestelle, war zum Glück ausreichend da. Kaffee so wie ich ihn mag: mit einer Prise Salz und einer guten Messerspitze Kakao; dazu lecker Rührei.

Dann plötzlich gackerte mein Haushuhn und scharrte mit den Füßen: es wäre so langweilig und wir könnten uns doch mal bewegen heute.

Ich hatte nichts dagegen und sagte: „Könnt ihr machen, räumt mal schnell ab!“

Sie meinte mit Bewegen mehr: wir alle.

Ganz konkret meinte sie Radfahren.

Ich verwies mit Grausen auf unsere Urlaubstortour, die ich bis heute noch nicht ganz verarbeitet hatte.

Aber es nützte nichts: Plötzlich wollten alle eine Radtour machen. Die Knechterin hatte angeblich eine große freie Brombeerhecke gesehen und die schrie angeblich danach, abgeerntet zu werden.

Wieso sind da angeblich soo viel Brombeeren dran und wieso wäre sie die Erste, die auf diese Idee kommt.

Die Familie wollte unbedingt Konfitüre kochen und “zufällig” sei jede Menge Gelierzucker im Hause.

Ich ahnte Verschwörung doch es gab kein Entrinnen.

Als wir da waren sah ich eine Riesenhecke.

Unten herum war von Heerscharen vorbeifahrender Radler alles abgefressen worden.

Nur die oberen Beeren, meist ganz tief drin, waren noch dran.

Da die ganze Familie unbedingt volle Konfitürengläser wollte, mussten wir ran. Also mehr ich.

Die anderen Familienmitglieder leiteten meine schmerzenden Hände mehr verbal von außen.

Letztendlich ernteten wir eine Menge. Eine kleine zumindest.

Ich gab mir echt alle Mühe und musste abenteuerliche Gerüste bauen, um ran zu kommen.

Aber als ich vom Fahrradgerüst bäuchlings in die Hecke fiel, war der Spaß vorbei.

Für die anhaltenden Radfahrer war es ein Heidenspaß zu sehen, wie einer  in der Hecke liegt und flucht.

Niemand kann sich die hämischen Kommentare auch nur vorstellen, die man in dieser misslichen Lage hört.

Dabei mußte ich auch tief greifen um an meine Brille zu kommen, die den Weg zum Boden ganz allein gefunden hatte.

Mein Unfall war mir danach gut anzusehen.

Ich sah aus wie zwei Zentner Hackfleisch in zerrissener Verpackung.

Peinlich das Ganze. Montag im Büro musste ich vor den Kollegen abwiegeln und schnell was von Nachbars junger Katze sabbeln.

Ging auch erstmal gut, zumindest bis meine Knechterin Mittags bei einem Kollegen telefonisch besorgt nachfragte, wie es denn ihrem Gärtnerlehrling ginge…

Noch peinlicher!

Aber die Sorte ist echt lecker:

„Knechts Heckensturz”

Bio-Brombeer mit Ingwer, Zimt und Wildminze

Hab ich schon vom Urlaub berichtet?

Diesmal fing wirklich alles gut an. Tatsächlich kamen wir ohne wesentliche Verluste an Menschen und Material an.

Auf der Autobahn musste nur ich einen Kilometer auf dem Haltestreifen rückwärts fahren um unseren Köter wieder einzuladen, den wir an der Raststätte vergaßen.

Er ließ sich zwischendurch von anderen Reisenden mit Schnitzelchen füttern und war nicht sonderlich begeistert uns zu sehen, weil die Tüte noch gut gefüllt war.

Auf dem Urlaubshof konnte nach dem Quartiersbezug erst mal gut durchatmen. Aber den Mund sollte man schon schließen dabei.

Der wochenlange Regen dieses Sommers hat nämlich die Mückenpopulation ins Unermessliche wachsen lassen und die fliegen wirklich überall hin.

Ansonsten war alles wie erwartet und dafür dankte ich den Gastgebern. Die Kids trafen sich mit den anderen aus der Nachbarschaft sofort zum Ferienverbrüderungsschnellschwur.

Das Thema des Urlaubs: Star Wars!

Das kindliche „Gut“ gegen das imaginäre „Böse“

mit allen Scheußlichkeiten des Universums direkt bei uns.

Die Knechterin befahl mit Hinweis auf galaktische Unruhen und lauernde Reparaturkostenfallen sofort imperialen Dauerfrieden und ordnete die permanente Rückkehr  zur heimischen Milchstrasse an.

Ich dagegen wollte mal wieder „Ich bin dein Vater“ sagen und wiegelte mit Hinweis auf vererbbare Abenteuerlust ab. Ich genehmigte den Kindern fortwährende Ausflüge zu anderen Quadranten im Kampf gegen den Schleim der Ungerechtigkeit.

Leider vergaßen sie dabei gelegentlich, die Lichtschwerter wieder einzufahren.

Also ziemlich oft eigentlich.

Das begann am ersten Morgen in der Küche- rums war die Lampe unten.

Dann hinterließen sie beim Absturz Kondensstreifen an Rüdigers neuem Autolack und landeten am letzen Abend glücklich und unverletzt, jedoch mitten in der Haustürscheibe.

Aber sonst haben wir uns gut erholt! Für die Schäden werden wir einstehen- Ehrensache.

Nur stecke ich jetzt in einem mächtigen Dilemma: Natürlich weiß ich, dass ich den ERGO  Direkt Versicherungen gegenüber wahre Angaben machen muss.

Wie stricke ich  eine zu diesen imperialen Schadensmustern passende, wahre Geschichte  ohne einen außerirdischen, republikanischen Kugelblitzregen erfinden zu müssen?

Hallo Jedis! Hört mich jemand?