Immer das Genörgel!

Kaum hatte die Knechterin den völlig falschen Eindruck gewonnen, ich hätte nicht genug zu tun, sann sie auf Fremdbeschäftigung.

Also auf meine.

Die Fassade meines Gesichtes passte nicht mehr. Zumindest nicht zu ihr.

Daran sollte grundlegend was geändert werden.

Irgendwas muss bei Männern immer geändert werden, ob mal will oder nicht.

Ich wollte eigentlich nicht. Zumindest nicht sofort, denn irgendwie will man dann ja doch immer...

Müssen wollen jedenfalls.

Aber später gefällt es dann auch. Zuerst meidet man gern den Aufwand an Zeit, Nerven und Gewohnheitsänderung.

Eine sportliche Kurzhaarfrisur durfte ich mir im Sommer sofort zulegen müssen, nachdem angeblich erste graue Haare sichtbar wurden (die sich übrigens hinterher ganz bestimmt als ungünstige Lichtreflektion herausstellten!).

Nun ist es meine Brille. Okay, hab ich dann bald eingesehen, dann muss das jetzt wohl sein.

Seit ein Optiker, mit grottenschlechten Fernsehspots versucht, rand-debilen Gruftis die gute alte Brille mit seinem Familiennamen zu verbinden, mag ich seine Allerwelts- Hartzgestelle nicht haben.

Allein der Gedanke, das Schieleisen aus der „Für-Millionen-Deutsche“-Serie zu tragen, ist mir unangenehm.

Nur, wer hat schon dauernd Zeit ins Geschäft zu rennen?

Zum Glück holt man seine Brillen heute einfach. Ich hab mehrere zu Hause eine Zeit lang ausprobiert und durfte mich am Ende sogar gleich für zwei heiße Teile entscheiden.Die Knechterin wahr wohlgelaunt...

Dass sie rattenscharf gut aussehen ist ganz klar, denn die Knechterin wollte sie unbedingt für mich haben.

Und weil es so schön war, hab ich mir noch eine entspiegelte Sonnenbrille in meiner Stärke mit allem Schnick und Schnack geholt.

Alles außer der Reihe und ohne Weihnachtsanrechtsverlust. Manchmal hat mein altes Zankeisen auch wirklich richtig gute Ideen.

Opa hat festgestellt: so eine Brille verleiht auch dem dämlichsten Antlitz einen Schimmer von Intelligenz.

Das hab ich nicht ganz verstanden.

Kann mir jemand helfen?