Irgendwann ist jeder dran. Und diesmal eben ich. Wieder mal.

Irgendwann haben wir mal  Bilder geschenkt bekommen, die wir aus irgendwie falsch verstandenen Benimmregeln tatsächlich folgsam aufgehängt haben. Jetzt fanden wir die nicht mehr so passend und wollten uns für das Wohnzimmer ein paar neue gönnen.

Zum Glück haben wir beide festgestellt, dass wir für diese Einrichtung und unsere Möbel viel „zu alte“ Bilder hatten.

Jahrelang saßen wir also als willfährige Opfer unter den ollen Schinken. Und weder die noch wir haben uns dabei so richtig wohl gefühlt. Als letztens dieser Weihnachtsmarkt mit Trödelmarkt stattfand, hat die Knechterin die Dinger von der Wand genommen und mir aufgehuckt.

Es gelang ihr, dort irgendwie mit großer Eloquenz, die gerahmten Schanden an einem Stand abzustellen. Was ein großer Erfolg! Die Trödeltante hat sich auch noch bedankt. Na ja, so schlecht waren sie nicht- wo es halt  hinpasst und wem es gefällt.

War ein netter Nachmittag. Die Brut bekam Kekse und konnte Basteln.

Wir trafen auf Punsch und Freunde von „schon-ewig-nicht-gesehen“.

Als wir nach dem vierten Glühpunsch auf dem Rückweg wieder bei der Trödelliese vorbeikamen strahlte sie uns an. Es hätte jemand für die beiden Bilder schon 75 Euro gegeben und so wären wir für heut die größten Spender.

Mit dem Glücksgefühl im Gepäck geht es sich doppelt beschwingt nach Haus. „Jetzt machen wir es uns bequem und suchen erst mal etwas für die Wand, das zu uns passt“ meint die Knechterin.

Warum dachte ich wohl sofort an ein Bild von Goya oder an die düsteren Wolgatreidler?