Vier Uhr dreißig, ich war viel zu unruhig und konnte trotz Schlaftabletten längst nicht mehr schlafen.

Zu sehr wühlt es in meiner Schriftstellerseele und drängt mit Macht hinaus. Hinaus aus meinem Inneren in die Freiheit.

Sitze darum längst am Rechner und hämmere die Buchstaben nur so hinein. Wenn ich nur schneller schreiben könnte!

Ich will- ich muss unbedingt fertig werden mit dieser einen Geschichte. Lange, bevor der Morgen meine Familie weckt und mich der harte Alltag wieder einholt…

Ach ja, es wäre so schön, Schriftsteller zu sein. Und wovon man da nicht alles träumen kann.

Genau genommen ist es gegen 14 Uhr. Sitze seit einer Stunde mit einem Riesenpott Kaffee in Schlafanzug und Bademantel einfach nur da und höre immer noch nur in mich hinein.

Den Blick stur aus dem Fenster gerichtet.

Aber da is nix in mir!

Mal strenge ich mich an wie verrückt und dann wieder hänge ich meinen Brägen an den Garderobenhaken und lüfte nur so durch.

Ganz egal, keine Buchstabensuppe kocht da in mir und raus will auch nichts. Außer Kaffee.

Wie machen die das bloß, diese Schreiberlinge? Und haben die nichts anderes zu tun?

Die alltäglichen Dinge zum Beispiel.

Wie unsere Flurlampe.

Die ist dunkel, seit meine Knechterin sie in der letzten Woche einmal kurz aufblitzen sah.

Merke: unsere Energiesparlampen sind hier keine wirklichen Sparlampen. Die Dinger gehen  so oft kaputt, dass ich von den auf der Packung angegebenen Brenndauern nur so weit entfernt träumen kann, wie von einem luxuriös auskömmlichen Schriftstellerdasein.

Vielleicht habe ich aber nur die falsche Sorte Energiesparlampen.

Jedenfalls fällt mir immer erst ein, dass ich eine kaufen wollte, kurz bevor die Knechterin nach Hause kommt. Um diese unglücklichen Umstände zu vertuschen, bleibt mir seit Tagen nichts anderes übrig, als schnell jede Menge Teelichte und Stumpenkerzen anzuzünden und schon im Flur auf weihnachtliche Romantik zu machen.

Romantik, also genau das, was Männer ja soo gerne machen. Nicht nur im Advent, Advent…