Archive for Dezember, 2011

Irgendwann ist jeder dran. Und diesmal eben ich. Wieder mal.

Irgendwann haben wir mal  Bilder geschenkt bekommen, die wir aus irgendwie falsch verstandenen Benimmregeln tatsächlich folgsam aufgehängt haben. Jetzt fanden wir die nicht mehr so passend und wollten uns für das Wohnzimmer ein paar neue gönnen.

Zum Glück haben wir beide festgestellt, dass wir für diese Einrichtung und unsere Möbel viel „zu alte“ Bilder hatten.

Jahrelang saßen wir also als willfährige Opfer unter den ollen Schinken. Und weder die noch wir haben uns dabei so richtig wohl gefühlt. Als letztens dieser Weihnachtsmarkt mit Trödelmarkt stattfand, hat die Knechterin die Dinger von der Wand genommen und mir aufgehuckt.

Es gelang ihr, dort irgendwie mit großer Eloquenz, die gerahmten Schanden an einem Stand abzustellen. Was ein großer Erfolg! Die Trödeltante hat sich auch noch bedankt. Na ja, so schlecht waren sie nicht- wo es halt  hinpasst und wem es gefällt.

War ein netter Nachmittag. Die Brut bekam Kekse und konnte Basteln.

Wir trafen auf Punsch und Freunde von „schon-ewig-nicht-gesehen“.

Als wir nach dem vierten Glühpunsch auf dem Rückweg wieder bei der Trödelliese vorbeikamen strahlte sie uns an. Es hätte jemand für die beiden Bilder schon 75 Euro gegeben und so wären wir für heut die größten Spender.

Mit dem Glücksgefühl im Gepäck geht es sich doppelt beschwingt nach Haus. „Jetzt machen wir es uns bequem und suchen erst mal etwas für die Wand, das zu uns passt“ meint die Knechterin.

Warum dachte ich wohl sofort an ein Bild von Goya oder an die düsteren Wolgatreidler?

Hallo Welt, es ist geschafft! Steter Tropfen hölt den Stein. Was hat es an Geist, Zeit und Anstrengung gekostet, die Knechterin von der unbedingten Notwendigkeit eines solchen Gerätes zu überzeugen.

Nicht so sehr das Schneeschieben an sich war ausschlaggebend, das hab ich jahrelang ganz brav und diskussionslos erledigt.

Aber vor zwei Jahren, als die Schneemassen von Hand mit dem Schneeschieber auch noch bis 1,60m hoch aufgetürmt werden mussten um den Gehweg frei zu bekommen, da hörte sich doch wohl alles auf!

Die Gedanken an den langfristigen Aufbau einer Argumentation, das latent und unbemerkt eingefädelte Ausbauen des Abstellraumes und überhaupt: die Entwicklung des gesamten Schlachtplans an sich waren schon eine echte Leistung.

Seit Jahren geplant und dann auch knallhart durchgezogen- Respekt.  Glückwunsch, lieber Familienknecht! Soviel zu den Pressestimmen, die zu hören wären, wenn die das denn wüssten.

Wie aus dem Nichts und „ganz von selbst“ kam dieser Tage plötzlich die Entscheidung der Knechterin: „wir sollten in diesem Winter eine Schneefräse kaufen, kümmere dich mal darum.“

Natürlich musste ich zum Schein über diese neuerliche Zusatzaufgabe erstmal murren, diesmal allerdings nicht zu laut.

Nun bestehen also mit höchstem Segen gute Gründe, gemeinsam mit ein paar „technisch sehr versierten“ Freunden und Nachbarn den ersten Glühwein aufzusetzen, ihn intensiv zum Punsch zu veredeln und dann leicht druckverdichtet über so ein Gerät zu diskutieren.

Benzin oder Elektro, zum Schieben oder gleich zum darauf sitzen…

Alles schwere Fragen.

War gar nicht so einfach zu entscheiden wie ich dachte.

Haben uns erst mal eine Woche Informations- und Denkpause verordnet.

Ort und Zeitpunkt der nächsten Beratung werden unkompliziert festgelegt – je nachdem wer von uns „sturmfrei“ hat.

Was tun, wenn alles nichts hilft und die Knechterin wirklich zuschlagen will?

Da hab ich meinem Haushuhn die übelsten Bruchbuden angebracht, spelunkige Nachbarschaften aufgeklärt und schlimmste Szenarien aufgemalt.

Aber sie kann es nicht lassen und will was Eigenes.

„Bleib locker, solange es nicht wirklich vorbei ist mit deiner Ruhe, kannst du noch dran arbeiten, da geht immer noch was- jetzt wo das Bad erst frisch gefliest ist“ meint Raimund.

Meine Knechterin hat sich derweil schon an ein paar Objekten echt festgebissen. Die Frage ist: Kauf oder Neubau?

Seitdem laufen bei uns immer diese Sendungen über jahrzehntelanges Elend und durch Baupfusch zerstörte Ehen. Trotzdem- sie will.

Also kommt jetzt der nächste Schritt: die Immobilienfinanzierung. Gott, worauf man da alles achten muss!

Und dann noch die tausend Ratschläge von allen, die es gut meinen plus die von denen, die Ahnung haben (könnten). Ist echt jede Menge Text aber da muss ich jetzt auch noch durch, es soll schließlich keine Hundehütte sein, sondern die Altersvorsorge.

Ich kann nur sagen: man nehme einen Finanzierungs- Profi.

Und dann noch einen und dann noch einen…

So nach dem dritten Gespräch habe ich erst halbwegs durchgesehen. Immobilienfinanzierung ist halt kein Feierabendkegeln.

Und Herrschaften: nachrechnen bitteschön!

Verschiedene Szenarien auch noch durchrechnen: was ist wenn man mal ein paar Monate keinen Job hat und nicht zahlen kann? Hat man an den Strassenbau gedacht und die Entwässerung… Können echt alles dicke Kostenblöcke sein.

Ein Glück, dass sie keinen Zeitstress macht und ich noch ein paar Nächte ruhig schlafen kann.