Archive for Mai, 2012

Ja, es ist Frühling, ein sehr warmer Frühling.

Und nun ist sie wieder da, die Zeit der Wunder.

In unserer Region äußert sich das so, dass alle wie wild geworden Spargel kaufen. Die halbe  Welt glaubt ja tatsächlich, die Unmengen von Beelitzer Spargel stammen wirklich alle aus der Region um Beelitz.

Die anderen können entweder denken oder haben kein Geld für Spargel.

Seriöse Berechnungen gehen davon aus, dass für die in den Verkauf gelangten Mengen an Beelitzer Spargel mehr als das halbe Land Brandenburg nur mit Spargelfeldern bestellt sein müsste.

Aber das geht ja nicht, denn die meisten Felder hierzulande werden durch den Energie-Unsinn der Quartalsirren vom Spreebogen mit Gen-Mais zugepflastert. Schließlich müssen die kapitalorientierten Gasfabriken, die sie gemeiner Weise „Biogasanlagen“ nennen, am köcheln gehalten werden.

Das sind die stinkenden Fabriken, deren Bauern den giftigen Abfall der Gasproduktion zur Grundwasserverseuchung anschließend noch auf den eigenen Feldern verklappen. Als ob es die intensiven Warnungen des Robert- Koch- Institutes gar nicht gäbe.

Ja, brav so!

„Was faseln die Klugscheißer in Berlin da auch,“ sagen sich die Bauern, „ich kann doch auf meinem Feld das Grundwasser vergiften wie ich will“!

Viel Spargel wäre mir dann doch lieber.

Obwohl, wer weiß wie lange sich die Spargelbauern noch gegen die gewinngeilen Banken zur Wehr setzen können.

Zur Zeit suchen die jeden noch so kleinen Flecken Erde unter ihre Fuchtel zu bringen. Schließlich wollen sie ja kräftig mitmischen bei der Verteilung der Anbauflächen an die meistbietenden Gasfabrikinvestoren.

Da soll sich noch einer wundern!

Hörst Du Grillen?

Es grillt wieder in Deutschland!

Da man sich hierzulande erbärmlich durch den langen, harten Winter hungerte, giert das ganze Land nun wieder nach eingelegter Luderatzung vom Edelstahltropfnetz über der Glut.

Hastig wird en passant an der Tanke nach den überteuerten Säcken kinderhandgekokter Hartholzkohle südländischer Tropenbestände gegriffen.

Zu Haus eilt man sogleich zum flüssigen chemisierten Schnellzünder um noch vorm Sonnenuntergang dem Nachbar durch Rauchzeichen bekannt zu geben, dass man auch dieses Jahr wieder dabei ist.

Eröffnet ist er wieder, der großartige Wettstreit der Käse-Fisch- und Wurstverbrenner. Es ist und bleibt auch in diesem Jahr die Domäne der Könner und Kenner- eine letzte Domäne der Männer. Eindrücklich untermalt vom zischen und ploppen der Bierflaschen. Die werden nur – und diesmal wirklich nur- zum Ablöschen der Bratenstücke benutzt.

Endlich kann Freundschaft und Nachbarschaft wieder öffentlich auf Terrassen, Balkonen und in Gärten zelebriert oder vorgegaukelt werden.

Wie all die Jahre meist bis Nachts um zwei.

Die Knechterinnen werden auch in diesem Sommer die niederen Arbeiten zu verrichten haben. Sie machen sich über das Putzgemüse und die Salatschüsseln her, um die benötigten Zutaten zur Fertigstellung unglaublicher Gaumengenüsse zeitgerecht reichen zu können.

Durch Stadt und Land ziehen erst die Marketender von Bofrost und Co und dann so dicke  Rauchschwaden, dass man meint, Wallensteins Lager ist gleich bei uns um die Ecke.

Zufrieden jauchzet Groß und Klein: hier grille ich, hier darf ich sein!

TAE Stecker gesucht

Irgendwann trifft es auch den treusorgenden Familienknecht auf die unangenehmste Weise. Wie es sich gehört natürlich auch noch zu einer Zeit, wo man so was wirklich gar nicht gebrauchen kann.

So auch bei uns. Als die Knechterin vor kurzem wieder mal den frühlingshaften Hühnerscharrkurs mit Feudel und Eimer in heimischen Gemäuern absolvierte, ersann sie eine neue Idee:

Und kaum gedacht, wollte sie es auch schon getan sein lassen. Am Liebsten wie üblich von mir und dafür aber sofort.

„Schaaatz, kannst du mir mal bitte helfen…?“ drang es wieder mal an mein Ohr.  Wer kann da schon widerstehen? Noch dazu in meiner von Schmerzen und Erwartungsangst gebeugten Position!

Um dem geneigten Leser die Haltung zu verdeutlichen: Ich war soeben dabei, aus einem mit Haaren und weiteren undefinierbar verklebten Substanzen verschmierten Siphon des Waschbeckens den verlorengeglaubten Ohrring zu befreien. Und so schnell konnte ich den eben auslaufenden Geruchsverschluss auch nicht wieder dichten.

Sie rief noch einmal drängender und dann hörte ich, wie sie in einem Raum irgendwo mit aller Kraft Möbel zu verrücken begann.

Unsere schönen Sitzmöbel schickte sie wieder einmal auf eine ihrer berüchtigten Zimmerrreisen! Als ich das wahrnahm, sprintete ich die letzten Meter und riß dabei uneingedenk des dabei auftretenden Schmerzes noch eine Türklinke ab.

So kam ich vielleicht ein klein wenig später als ich es hätte tun sollen um Schlimmeres zu verhindern. Denn soeben hörte ich etwas krachen und darauf die massiv angeschwollene Stimme meiner Knechterin, die mir mehrere ungewohnt fäkalisierte Worte entgegen rief.

Als ich dazu kam und fragte, was los sei, lehnte sie schon mit vorwurfsvollem Blick am Sofa und deutete auf eine Ecke:

“Das da- und nur weil du dauernd so trödelst. Und jetzt sieh zu, wie du das wieder hinkriegst!“

Mein Blick tastete sich durch das Wohnzimmer und konnte nur die umgerissene Stehlampe erkennen. Die war noch von Tante Ortrud und hätte eh schon auf den Müll gehört. Also hielt sich der Verlust scheinbar erst mal in Grenzen.

Aber dann kam es: sie hatte beim unkontrollierten Möbelboule die gesamten Rückwandinstallationen herausgerissen und pulverisiert. Alle Kabel, Stecker und Dosen waren nur noch ein splitternder Schatten ihres früheren Ganzseins.

Große Kacke!

Es hat mich eine gehörige Zeit gekostet, erst mal den Schaden genau aufzunehmen, um mich dann auf die Suche zu machen, nach all den Verbindungsteilen, Unterputzdosen und dem TAE Stecker. Letzlicht fand ich es dann doch noch bequem und es passte alles in ein Päckchen.

Ganze 7 Stunden Arbeit hat sie mir allein für die Montagen aufgebürdet. Dafür musste sie mir aber auch einen lecker Bratapfelkuchen backen und versprechen, so was aber auch nie, nie wieder zu tun.

Außerdem konnte ich ihr nicht garantieren, dass alle Sender im TV wieder laufen. Besonders wenn Dieter Bohlen wieder bei Blöd-TV faselt.

Tja, Strafe muss sein!

Als der Kleinknecht kürzlich jährte, wünschte er sich einen Besuch in der bekannten und berüchtigten Ostdeutschen Absteige von Cowboys und Indianern. EL DORADO

Na klar, denkt sich der Familienkecht:

“Karl May gelesen- dabeigewesen!”

Und also nichts wie hin.

Klar, die 100 km vor den Toren Berlins sind schon eine Strecke- aber wir haben unterwegs viel gesungen und Räuberpistolen erzählt, so verging die Fahrt rasend schnell.

Dort bei Templin hat man eine wirklich hübsche Stadt aufgebaut, in der allerhand los ist für kleine und große Cowboys. Von der Filmszene übers Bogenschießen, Goldwaschen und Hufeisen werfen war alles dabei, auch jede Menge Tiere zum gucken und streicheln. Es gibt unzählige Details, die man hier nicht aufzählen kann, die muss man unbedingt selbst sehen.

Beim großen Showdown um 17 Uhr in der Mainstreet standen wir ganz vorn und erlebten die formidable Stuntcrew hautnah. Alle Wetter, die Jungs (und ein besonders hübsches Mädel!) sind nicht von schlechten Eltern, die verdienen ihr Geld wirklich hart! Wenn man aber hört, bei welchen internationalen Top- Filmproduktionen die schon mitgespielt haben wundert es gar nicht, dort in der Pampa solche extremen Leistungen zu sehen.

Allein das Training mit den Pferden, damit die nicht bei dem wahnsinnigen, minutenlangen  “rumgeballer” aus dutzenden Remington- Colts unter den Reitern völlig durchgehen, ist bestimmt anstrengend.

Eindrucksvoller waren  nur die indianischen Lieder und Tänze in der Indianershowarena. Wenn dieser Ururenkel kanadischer Schwarzfußindianer die Bühne betritt ist man gebannt und  überwältigt von seiner umwerfenden und ausstrahlenden Aura. Kein weiterer Platz für Worte.

Für mich ganz klar der bewegendste aller Programmpunkte. Und ganz ehrlich: vor allem das ist mir heute noch total präsent und deswegen allein lohnt schon der Weg dorthin.

Alles Gute, EL DORADO!

Kinder froh, Knechterin froh!       -   Happy wife- happy life!