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Die weibische Front wider den eigenen und männlichen Bauchspeck treibt zuweilen stilvolle Blüten.

Seit Tagen schon wird die Familie von der Knechterin mit Futter gesättigt, das einfach seinen Weg in den Karnickelstall nicht finden will.

Obschon es eigentlich dorthin gehört. Es ist schon erstaunlich, was der grobe Gemüsehäcksler nicht alles im Unterholz abseits der Landstraße erlegt und verkaufsfähig ausweidet.

Noch verwunderlicher ist´s, dass man große Teile davon tatsächlich auch magentechnisch reizfrei tolerieren kann. Ein paar Soßen und andere nicht unleckere Zutaten dazugegeben und schon füttert man damit die Familie ab.

Ich sehe vor meinem geistigen Auge in den 60er jahren Tante Ortrud im Sommer abends mit  Fahrrad und Drahtkorb hinten drauf ans Luch fahren um Futter zu sicheln. Die Futtergäste waren, freilich nicht wissend, dass sie später der höheren Küche geweiht seien,  stets  ganz versessen auf das Zeug.

Vielleicht waren damals auch ein paar heut längst verbotene, einjährige weibliche Pflanzen dabei, deren Blätter stark duften, wenn man sie anräuchert.

Ja, früher war die Natur noch in Ordnung.

Da hatte man so viel von dem auch frei wachsenden Kraut, da hat man es sogar zu Seilen verarbeitet und an Karnickel verfüttert…

Heute gibt es so wenig davon, dass Menschen es teuer unter der Hand kaufen und dennoch mit zusätzlich mit geschnittenem Tabak strecken müssen.

Aber Vorsicht liebe Naturfreunde, geht damit ja nicht rauchend zu nah an Bundesliga- Fussballtrainer oder TV-Moderatoren heran!

Sonst atmen die es noch ein und werden öffentlich verdächtig!

Passiv rauchen kann ja so schädlich sein!

Ein Glück, dass ich als einzig wahrer Familienknecht nur Interesse am essbaren Grünzeug habe (n darf).

Vielfach hört man in dieser Zeit nicht mehr davon reden, wie fröhlich das Weihnachtsfest war, wie sehr man doch die Ankunft des Kindlein erwartet und wie glücklich man in der Kirche den Segen empfangen hatte.

Meist wird der Familienknecht genötigt über die Pein seiner vielfachen und umfänglichen Leibesfüllungen zu berichten:

„Was gab´s denn bei Euch an Heilig Abend- und am ersten und zweiten Feiertag?“

Wer möchte dabei schon einfache Gerichte benennen und so alle Gourmetreputation im Ansatz verspielen?

Traut sich das noch einer?

Selbst der vollgefressenste Popanz, der immer nur als gieriger Gourmand unterwegs ist, lässt sich da schnell noch etwas einfallen…

Aber nicht nur der, sondern auch der ehrbare Bürger. Und so habe ich auch in diesem Jahr wieder eine handvoll Gerichte aus einem Feinschmeckerbuch auswendig gelernt und mir angeschaut, wie man so was machen müsste, wenn man es denn wollte und könnte.

Also nicht mit Hintergedanken, sondern nur so -zur Notwehr praktisch.

Was war es aber nicht wieder für ein üppiges Fest. Tante Ortrud sorgte andauernd für wenig Bewegung, pünktliches Einhalten der Mahlzeiten mit viel Naschereien zwischendurch. Und reichlich Kuchen –aber um Himmels Willen nie ohne Sahne.

Kennt das noch einer- dieses üble Gefühl, wenn man einfach nichts mehr essen kann.

Rien ne va plus !

Was hilft dem gemeinen Hausknecht gegen seinen Magendruck – ausser viel Essen und Schnaps, wie die Tante meint?

Warten auf Aschermittwoch- und dann aber richtig fasten!

Die Knechterin ist weg.

Macht echte Mädchenferien mit ihren Mädels und hat mich hier allein gelassen. Ganz allein!

Sitze nun schon seit ´ner Woche täglich für ein paar Stunden in der Depri-Ecke und schmolle. Nicht wegen der Knechterin, das ist schon in Ordnung.

Aber was soll das für ein Sommer sein? Haben schon September und noch immer ist nicht richtig Sommer gewesen. Kalt und Nass vom Himmel: das ist nicht schön und treibt einen in die Verzweifelung. Und zum Schmollen.

Aber ich, ich bin ja ein Steher! Ich kämpfe tapfer dagegen an.

Bevor es so weit ist, dass es mich völlig runter zieht, setze ich mich jeden Nachmittag mal ruhig mit einem Tumbler in die Küche und genehmige mir einen ordentlichen Muntermacher.

Und dann noch einen, weil man ja auf einem Bein nicht stehen kann. Manchmal, also meistens dann noch einen auf die erhoffte Wetterbesserung und doppelt hält besser.

Aber allein macht das auch keinen Spaß. Bald dürstet es mich nach Weisheit und Gesellschaft.

Irgendwann tippe ich wahllos eine im Telefon gespeicherte Nummer an. Wenn sich eine  Männerstimme meldet rufe ich in den Hörer: „Is so Schittwetter, kommste quatschen? Ich hab Whisky da…“

Wer könnte schon einen Freund seelisch verkümmern lassen, wenn er so flehentlich nach Hilfe ruft?

Und außerdem ist ja noch der Schottentee da.

Keinen Abend war ich in den letzten Tagen allein. Geredet wird ja unter Männern zum Glück nicht so viel. Ist auch nicht nötig: das Wetter ist wie´s ist.

Man muss nur etwas gegen die verdammten Depressionen tun.

Machen wir, versprochen

Der Kleinknecht onkelt schon wieder. Wir waren auch schon eine Weile nicht zur Kontrolle, aber Omas geschulten Auge entgeht eben nichts. Also ab zum Kinder- Chiropraktiker.

Alles okay soweit, meint der, nachdem er die bei Kindern dieses Spielalters übliche Blockade im Halswirbelbereich gelöst hatte.

ABER: er braucht anderes Schuhwerk! Die ausgelatschten Botten sind zwar bequem, bringen ihn aber dazu, darin zu „schwimmen“. Und so verändert sich  sein Gang negativ. Soll man unbedingt drauf achten, ist so wichtig wie eine richtig gute Schultasche oder ein gutes Bett.

Ja, wenn der Knilch einfach zu faul ist, sich zu bücken und die Schuhbänder ordentlich zu schnüren (und das ist meist der Fall), bekommt er heute eben Schuhe, die passen und nicht geschnürt werden müssen.Wir bekamen früher dafür höchstens einen Katzenkopf.

Und weil das in diesem, na sagen wir mal trotzdem: Sommer unbedingt nötig ist, auch gleich noch ein paar ordentliche Kinderstiefel. Erstmal für die Wassermassen und dann auch noch für den Winter.

(Meine Knechterin würde für sich selbst dazu noch ein paar „Übergangsstiefel“ holen, was immer das auch ist.)

Jedoch: bei Kinderstiefeln gibt es massenweise Unterschiede!

Beliebt sind ja die berühmten „chinesischen Stinkstiefel“ –jedenfalls von Mülltonnen.

Es finden sich jedoch auch echt gut sitzende, für Kinder-Fußbetten geeignete und sogar richtig schicke Kinderstiefel.

Nächsten Sonntag sind wir wieder bei Oma und da werde ich das Märchen vom schlechten Gang mal gerade rücken.

Ich hätte es kommen sehen müssen

So schöner Sonntag.

Zum Frühstück besorgte die Nachzucht frische Schrippen und Zeitung. Von meinen geliebten Kaffee, den ich mir immer bestelle, war zum Glück ausreichend da. Kaffee so wie ich ihn mag: mit einer Prise Salz und einer guten Messerspitze Kakao; dazu lecker Rührei.

Dann plötzlich gackerte mein Haushuhn und scharrte mit den Füßen: es wäre so langweilig und wir könnten uns doch mal bewegen heute.

Ich hatte nichts dagegen und sagte: „Könnt ihr machen, räumt mal schnell ab!“

Sie meinte mit Bewegen mehr: wir alle.

Ganz konkret meinte sie Radfahren.

Ich verwies mit Grausen auf unsere Urlaubstortour, die ich bis heute noch nicht ganz verarbeitet hatte.

Aber es nützte nichts: Plötzlich wollten alle eine Radtour machen. Die Knechterin hatte angeblich eine große freie Brombeerhecke gesehen und die schrie angeblich danach, abgeerntet zu werden.

Wieso sind da angeblich soo viel Brombeeren dran und wieso wäre sie die Erste, die auf diese Idee kommt.

Die Familie wollte unbedingt Konfitüre kochen und “zufällig” sei jede Menge Gelierzucker im Hause.

Ich ahnte Verschwörung doch es gab kein Entrinnen.

Als wir da waren sah ich eine Riesenhecke.

Unten herum war von Heerscharen vorbeifahrender Radler alles abgefressen worden.

Nur die oberen Beeren, meist ganz tief drin, waren noch dran.

Da die ganze Familie unbedingt volle Konfitürengläser wollte, mussten wir ran. Also mehr ich.

Die anderen Familienmitglieder leiteten meine schmerzenden Hände mehr verbal von außen.

Letztendlich ernteten wir eine Menge. Eine kleine zumindest.

Ich gab mir echt alle Mühe und musste abenteuerliche Gerüste bauen, um ran zu kommen.

Aber als ich vom Fahrradgerüst bäuchlings in die Hecke fiel, war der Spaß vorbei.

Für die anhaltenden Radfahrer war es ein Heidenspaß zu sehen, wie einer  in der Hecke liegt und flucht.

Niemand kann sich die hämischen Kommentare auch nur vorstellen, die man in dieser misslichen Lage hört.

Dabei mußte ich auch tief greifen um an meine Brille zu kommen, die den Weg zum Boden ganz allein gefunden hatte.

Mein Unfall war mir danach gut anzusehen.

Ich sah aus wie zwei Zentner Hackfleisch in zerrissener Verpackung.

Peinlich das Ganze. Montag im Büro musste ich vor den Kollegen abwiegeln und schnell was von Nachbars junger Katze sabbeln.

Ging auch erstmal gut, zumindest bis meine Knechterin Mittags bei einem Kollegen telefonisch besorgt nachfragte, wie es denn ihrem Gärtnerlehrling ginge…

Noch peinlicher!

Aber die Sorte ist echt lecker:

„Knechts Heckensturz”

Bio-Brombeer mit Ingwer, Zimt und Wildminze