Archive for the ‘ Kunst / Kultur ’ Category

Vor langer Zeit wurde einmal ein König alt. Nun war er zum Glück klug und überlegte, wer nach ihm regieren sollte.

Er wollte, dass das Land auch nach ihm gut regiert wird. Wer aus seinem reich könnte aber klug und gerecht regieren?

Bevor der König zu alt und auch zu starrsinnig wurde, suchte er rechtzeitig seinen eigenen Nachfolger.

Dazu erfand er ein Rätsel.

Er ließ ein großes Bild mit einem Pferd malen.

In dieses Pferdebild ließ er noch heimlich mit ganz feinem Pinsel kleine Zugvögel malen.

Der König ließ sie so malen, dass man sie nur aus der Nähe und bei gutem Licht erkennen konnte.

Das Bild wurde dann in eine dunkle Ecke seines Thronsaales gehängt und der Boden davor mit mehreren Reihen schweren Sesseln verstellt.

So konnte man das Bild nur aus größerer Entfernung betrachten.

Dann ließ er im Reich erklären, dass ein neuer König gesucht wird. Es soll derjenige König werden, der das Rätsel des Bildes löst.

Der Kandidat muss dem König sagen, welches die weiteste Reise des gemalten Tieres in dem Bild wäre. Erst dann würde er König.

Jeder wollte König werden und so kamen alle Edelleute des Reiches. Sie stellten sich der Würde nach hintereinander auf um das Bild einzeln zu betrachten und die Lösung heraus zu finden.

Sie sahen aber nur das Pferd und überlegten, welches wohl die längste Reise dieses Pferdes gewesen war.

War es ein Ausritt nach Goldstadt, vielleicht die Hatz bis zum Wald von Silberhausen, oder ging es sogar bis an die Ostsee?

Doch keiner fand die korrekte Lösung. Auch unter den Beamten und Offizieren riet niemand richtig.

Ein armer junger Mann  hörte davon und ging zum Palast, um sein Glück zu versuchen. Er hatte sich vorgenommen, unbedingt besser hinzusehen als alle anderen davor.

Als er an der Reihe war, wollte er näher ans Bild, doch da standen die Möbel.

Anders als alle Bewerber vor ihm, räumte er mit großer Mühe zuerst alle schweren Sessel zur Seite um wirklich ganz nah zum Bild zu kommen. Dann nahm er sich ein Licht und leuchtete es an…

Da erkannte er auch die Vögel.

Es waren Schwalben, also Zugvögel, wusste er.

Und die fliegen ja bis nach Afrika.

Die Lösung war also die Reise nach Afrika und zurück.

Weil er der Sache auf den Grund ging und genau hinsah, konnte er das erkennen.

Dann löste er schnell das königliche Rätsel.

Der alte König war sehr erfreut und krönte ihn zum neuen König. Doch stellte er zuvor zwei Bedingungen:

Erstens solle der junge König auch künftig immer ganz genau hinsehen, bevor er etwas entscheidet.

Und zweitens soll er zum Wohle des Landes nicht irgendeinen, sondern unbedingt den Besten zu seinem Nachfolger machen.

Der junge König gab sich redlich Mühe es auch so zu tun. Leider gerieten die zwei Bedingungen aber irgendwann in Vergessenheit…

Ich gestehe es ehrlich:

Der Familien-Knecht neigt gelegentlich zum Ausbruch.

Nun, wenn man tagein, tagaus im Haushalt der Knechterin betätigt wurde, dann wird selbst dem liebenswertesten Familien-Knecht manchmal der Kragen ein wenig zu eng.

Und dann muss er  r a u s !

Nicht oft, aber dann gerne richtig!

Natürlich nur so, dass es nicht auffällt und um Himmels Willen der Knechterin nicht aufstößt.

Was könnte ich sonst im nächsten Jahr vorbringen? Dann, wenn ich wieder mal raus wollte und mir mein Zankeisen die schlimmen Entgleisungen des Vorjahres laut vorhält – wie auch schon in den 11 Monaten zuvor.

Wie auch immer: jetzt mußte es mal wieder sein!

Früher waren es Michael Jackson oder Depeche Mode.

Diesmal kam ELSTERGLANZ nach Berlin.

Wenn der Name bisher manch einem noch als Polierpaste in Erinnerung ist, bringt er nun andere Dinge zum Glänzen:

Ohren und Augen – aber wie!

Raimund hatte die Idee und besorgte Karten für ein halbes Dutzend Leute. Glück, denn es war längst ausverkauft.

Endlich war´s soweit. Im Berliner ASTRA ging die Post ab. Der Zuschauer wurde mit “Schienenersatzverkehr” geködert, durch den Boxring geleiert und vom Bundesnachrichtendienst bewertet.

G E N I A L !

Hätten die Jungs aus Eisleben nicht mal eine halbe Stunde Pause zwischendurch gemacht – es gäbe jetzt einen totgelachten Familien-Knecht zu beweinen.

Wir hatten das tatsächlich angenehme Privileg der Stehpätze. Es bewahrte uns vor völlig blau geschlagenen Schenkeln.

Irgendwann drehte sich Raimund um, wischte ein paar Tränen aus dem Auge, schüttelte den Kopf, und meinte stöhnend:

“Oh Mann- wie weit draussen sind die denn!?”

Als Familien-Knecht hob ich die Schultern und dachte:

“Irgendwo im Proxima Centauri oder Beteigeuze.”

Wahrscheinlich enden sie als Supernova und kommen als Geist des Komischen über die Welt.

Hoffentlich, die Welt hätte es nötig!

Die Jungs sind “voll auf Kleber!”

Seitdem gibt es unter den vielen Besuchern in Berlin weiter die vorherrschende Ansprache:

” L l l l -eute ! ”

Und jeder weiß, was gemeint ist, wenn es heisst:

“Junge, hier is Helmpflicht”

Viele neue Fans hat ELSTRGLANZ in Berlin mit diesem Programm ganz sicher gewonnen.  Manchmal erwischt sich sogar der Familien-Knecht beim Pfeifen der “Oberarztpolka”.

Ganz klar ist immer noch Rambo der beste Koch der Welt- mach Eier!

Elsterglanz- Verehrer nutzen eine Geheimsprache: den Mansfelder Dialekt.

Wissende erkennen sich an der wie nebenbei eingeworfenen Feststellung: “Na klar hab ich ne Eisenbahnplatte”.

Dann ist allen alles klar und es beginnt das große “Im-Kreis-Grinsen”.

Man mag ihn einfach, den tierlieben Kaltmacher.

… denn so eh kleenes Kaninchen…

Bleibt nur noch eine Liebeserklärung von mir: “Kommt mich mal schön wieder, Meiner!”

Als erblich bedingter Kleinknechtaufzieher ist man ständig lauernden Gefahren ausgesetzt, auch unbekannten. Meist merkt man es gar nicht – oder eben zu spät.

Gelegentlich kommen dem Familien-Knecht einschlägige Meldungen der Öffentlichkeit zu Hilfe, die solche Gefahren signalisieren. Man muss sie dann allerdings erkennen, annehmen und umsetzen.

Kürzlich ließ der BGH in einer Urteilsverkündung wissen, dass Eltern von pubertierenden Musicdownloadern doch nicht generell für alles verantwortlich sind. Sie sind also nicht automatisch Zahlmeister für alles, was sich durch die sich permanent ändernde Synapsenvertromung der Entwicklungshirnträger ereignet.

In dem geurteilten Fall war es wohl so, dass die Eltern ihre Kinder über die Gefahren der vermeintlich illegalen Musikschacherei vorab aufgeklärt hatten und ihnen dieses Tun auch untersagten.

Wie von den Eltern leider nicht zu verhindern war, haben die Kids trotzdem heimlich Songs auf irgend einer (vielleicht gar nicht als solche zu erkennenden) Tauschbörse eingestellt.

Üble Sache das, zumal systemisch geiernde Anwälte mit hochentwickelter Software permanent das Netz und einschlägige Tauschbörsen nach sowas scannen. Folglich fischten sie die anbietenden Kinder heraus und wollten Ihre Aufzuchtmeister zu extremen Zahlungen verknacken. Es sollte nach ihrem Gusto auch gern ein Exempel statuiert werden.

Doch die braven Eltern ließen sich nicht von dödeligen Amtsrichtern vereimern und gingen durch die Instanzen bis zum BGH.

Vielen Dank an die Eltern und ihren Anwalt dafür!

Dort erst stellte man kindliches Tun wieder als solches auf die Beine und erteilte den Anwälten und der Musikindustrie mit Blick auf die Wirklichkeit des Lebens eine kräftige Watsche.

Aber nur weil die Eltern ihre Kinder zuvor ordentlich belehrt haben!

Folglich trug mir die Knechterin auf, Gegenmaßnahmen gegen derartige Anwaltsforderungen einzuleiten. Sofort!

Gestern Abend, während sich andere Männer vermutlich die Sportschau ansehen durften, habe ich eine

“Ihr Kleinknechte sollt keine Musik illegal downloaden und/oder zum Tausch im Netz anbieten sowie andere verbotene Dinge tun”- Rede notiert.

Heute wurden dann Kind und Kegel vor laufendem Video und mit ernster Mine belehrt.

Vielleicht schützt es nicht vor allem -ähnlich wie Versicherungen- aber wenigstens kann man sich bei entsprechenden Anwürfen unter Hinweis auf das bereits ergangene BGH-Urteil vor Schlimmerem bewahren. Ich bin mir nämlich nicht immer sicher, dass unsere Kleinknechte dauerhaft die Finger von der Musikzockerei lassen. Wie auch?

Zur Nachahmung ausdrücklich allen Eltern empfohlen!

Die Welt ist irre da draußen- und ich will gern dabei sein. Da geht es dem Familienknecht wahrscheinlich genau so wie Hunderten anderen gleichgepeinigten Menschen auch.

Wie sie, sehnt er sich aus seiner Hamsterrolle heraus nach etwas Verrücktem, Ausgelassenem und etwas, das total von eben dieser Rolle ist. Zumindest wenigstens von der Rolle der Knechterin.

So sucht man sehnsüchtig im Netz und liest dann sowas: Nordseetaufe spezial bei dosensucher.de

Gott, haben die Leute da etwa Spaß gehabt ?!

Wie machen die das nur, dass die das überhaupt dürfen?

Haben die vielen, vielen Teilnehmer denn gar keine Knechterin? So eine wie ich, die schon vorher schreit, direkt in den Gedanken hinein. Also noch bevor man den klaren Gedanken zur Teilnahme kurz vor dem Aussprechen inwändig zu ordnen und zu formulieren vermag?

Was sagen deren Knechterinnen dazu? Und gibt es tatsächlich Exemplare, die ihre Partner sogar mitnehmen? Und dann vielleicht trotzdem Spaß haben? Fragen über Fragen tun sich auf.

Zeit, sich mit den Dingen, die z. B. dort bei der Nordseetaufe vorkommen, intensiver zu beschäftigen.

Was tun die da alle und wieso zum Teufel sollte es ihnen Spaß machen? Hilft nix, erst mal Lesen- und Video gucken. Ist schon irgendwie geil, im Kollektiv quer durch die Nordsee zu schippern um die Dosen zu finden.

Eigentlich das ewige Spiel: alle sind auf der Suche.
Nach dem Woher und Wohin, dem Wieso und Warum und oft auch dem von wem und wieviel. Hier haben Menschen ihre inneren Beweggründe kombiniert mit dem Drang zu Mutter Natur und dem technischen Fortschritt. Und offensichtlich Freude. Eine Markierung genügt heute oft schon dafür.

Wenn man von Bieren, leckeren Matjesbrötchen und Prosecco liest und Massenwanderungen zu Fuß und zu Rade mitbekommt kann man sogar den Spaß entdecken. Müßte man eigentlich gar keine Bilder haben.

Auch im Nordeenebel glasklar, dass diese Allerhalligen-Cruise 2012 eine runde Sache war. Schade, ging diesmal am Knecht vorbei.

Ich bleib aber dran und versuch Geocaching erst mal auf´m Land, bei uns im Moor. Vielleicht hat ja die Knechterin gar keine Lust darauf, durch die Botanik zu schlendern und Piepse zu orten. Dann kann es im nächsten Jahr was werden mit meiner Teilnahme- woll´n mal sehen!

Hörst Du Grillen?

Es grillt wieder in Deutschland!

Da man sich hierzulande erbärmlich durch den langen, harten Winter hungerte, giert das ganze Land nun wieder nach eingelegter Luderatzung vom Edelstahltropfnetz über der Glut.

Hastig wird en passant an der Tanke nach den überteuerten Säcken kinderhandgekokter Hartholzkohle südländischer Tropenbestände gegriffen.

Zu Haus eilt man sogleich zum flüssigen chemisierten Schnellzünder um noch vorm Sonnenuntergang dem Nachbar durch Rauchzeichen bekannt zu geben, dass man auch dieses Jahr wieder dabei ist.

Eröffnet ist er wieder, der großartige Wettstreit der Käse-Fisch- und Wurstverbrenner. Es ist und bleibt auch in diesem Jahr die Domäne der Könner und Kenner- eine letzte Domäne der Männer. Eindrücklich untermalt vom zischen und ploppen der Bierflaschen. Die werden nur – und diesmal wirklich nur- zum Ablöschen der Bratenstücke benutzt.

Endlich kann Freundschaft und Nachbarschaft wieder öffentlich auf Terrassen, Balkonen und in Gärten zelebriert oder vorgegaukelt werden.

Wie all die Jahre meist bis Nachts um zwei.

Die Knechterinnen werden auch in diesem Sommer die niederen Arbeiten zu verrichten haben. Sie machen sich über das Putzgemüse und die Salatschüsseln her, um die benötigten Zutaten zur Fertigstellung unglaublicher Gaumengenüsse zeitgerecht reichen zu können.

Durch Stadt und Land ziehen erst die Marketender von Bofrost und Co und dann so dicke  Rauchschwaden, dass man meint, Wallensteins Lager ist gleich bei uns um die Ecke.

Zufrieden jauchzet Groß und Klein: hier grille ich, hier darf ich sein!