Mal unter uns…

eigentlich bin ich ein netter Kerl. Aber ganz ehrlich: ich habe eine große Schwäche:
ich kann mich nicht entscheiden. Konnte ich noch nie.
Schon wenn ich als kleiner Junge gefragt wurde: „Was wünschst du dir denn nun zum Geburtstag?“ ging es schief. Ich legte mich bis zu letzt einfach nicht fest und so mussten eben andere für mich entscheiden. Zuerst bekam ich statt der Feuerwehr einen selbstgestrickten, kratzenden Rollkragenpullover und statt der erhofften Geburtstagsparty einen Zirkusbesuch. Ich mochte damals keinen Zirkus!

Weil ich nie klar machte, was ich wollte und was nicht, haben sich andere meiner angenommen. Manchmal gezwungenermaßen, manchmal freiwillig. Es ging immer irgendwie so weiter. Manchmal ging es gut, manchmal nicht. Immer kam etwas Neues dazu. Stets war mehr Arbeit für mich dabei. So hab ich jede Menge am Hals. Wohnung, Kind, Hund, Katzen, Wellensittich. Dank all dieser Umstände und meiner lieben Frau wurde ich, was ich heute bin: FAMILIENKNECHT.

Wahrscheinlich bin ich kein Einzelfall. Es gibt eine Menge Leute, die sich damit auskennen.

Natürlich geht es keinem selbst so! Manche haben so jemanden in der Familie und andere konnten sich zum Glück früh genug von so einem trennen…

Man muss eben nicht nur nicht wissen, was man will, man muss auch unfähig sein, es auszudrücken. Ich schreibe als Familienknecht meine stummen Schreie in diese Welt und hoffe auf Wohlwollen, Verständnis und vielleicht etwas Hilfe…