Neulich waren wir von Freunden auf einem Pferdehof zum Grillen eingeladen.

Kein Schicki-Micki-Stall, wo die Pferde 23 Stunden am Tag in einer kleinen Box eingesperrt sind.

Nicht so was, wo überdrehte Töchterchen und steife ältliche Muttis in heller Reitmode ihre Zossen zweimal in der Woche dann rausholen und mit Kringelreiten quälen.

Nein, sondern ganz normale Leute mit Hirn, die klug genug sind, ihre Pferde gesund im Offenstall zu halten.

War sehr spontan und nett. Jeder brachte etwas mit. Feuerchen, leise Musik, coole Leute, gute Stimmung am Freitag Abend und man musste nicht nur über die Tiere schwafeln. Und es ging auch nicht andauernd darum, wie hübsch irgendwer auf einem Pferd über eine Stange sprang.

Irgendwann wurde es mir aber doch langweilig. Vielleicht ritt mich der Teufel ein wenig, als ich die beiden Typen am Grill ganz beiläufig fragte: „sagt mal, wisst ihr eigentlich wie Ambrosia aussieht?“

„Nö, wieso?“ „Na ich dachte nur, weil das Zeug doch so hoch allergisch für Tiere sein soll…“

meinte ich ganz beiläufig und ging wieder zum Tisch.

Was dann losging kann man gar nicht beschreiben. Panischer Gruppenruf forderte sofort zur  Unkrautkonferenz. Web-fähige Handys suchten emsig nach Bildern des bösen floralen Eindringlings.

Als man sich auf die Physiognomie verständigt hatte schwärmten sie mit Sicheln und  Handschuhen aus, um die böse, böse Pflanze vom Erdboden zu vertilgen.

War ein großes Gelände, dauerte was länger.

Als sie wiederkamen, war das Grillfleisch zugegebenermaßen noch fast warm. Allerdings war es eben nicht mehr ganz vollständig.

Aber die Ruhe zwischenzeitlich war wunderbar.

Bier gab es und Wein, Nachtigallen schlugen- alles ganz herrlich.

Ambrosia war aber wohl nicht da. Auch gut.

Und schön auch, dass mal jemand gefragt hatte…