Bei uns wurde vor einiger Zeit eingebrochen. Ist keine nette Sache, wenn man nach Hause kommt und die ganze Bude wurde von Fremden auf den Kopf gestellt. Türen aufgehebelt und rein. Reparaturen waren nötig, riesiger Ärger, Unbehaglichkeit und dann wurde das Verfahren eingestellt. Täter waren nicht zu ermitteln. Schade um unsere Erbstücke, die kann auch Geld nicht ersetzen. Auf alle Fälle waren es Doofe, konnten nicht mal lesen. Positiv bleibt: das moldawische Bruttosozialprodukt wurde unfreiwillig durch uns wahrscheinlich erheblich gesteigert.

Heute komm ich nach Hause: die Tür steht offen. Am Rahmen überall deutliche Griffspuren. Schon wieder! Heute krieg ich ihn!

Der Familienknecht hat inzwischen gut vorgesorgt. Leise gehe ich mit einem Schlagwerkzeug in der Einen und dem filmenden Handy in der anderen Hand den Spuren nach. Die sind nicht zu übersehen: überall schmierige Abdrücke. An Türen, Rahmen, dem Tisch, in der Küche an den Schränken. Die Kinderschultasche liegt ausgekippt, verdreckt und offen auf dem Küchenboden. So eine Gemeinheit! Und überall dieses Zeug. Na warte!

Da, ein Geräusch! Fließendes Wasser und Rascheln.

Kalte Wut steigt in mir hoch, fasse den Prügel fester und gehe weiter.

Hinter der Badtüre lauert der Einbrecher!

Also Überrumpelung!

Ich mache mich bereit und springe mit einem markerschütternden Schrei hinein. Die Tür fliegt krachend auf und zersplittert laut, während die Klinke eine Fliese an der Wand zerschlägt.

Von diesem Auftritt völlig geschockt steht mein Sohn wie vom Donner gerührt, zitternd am Waschbecken. Ich sehe noch, wie ihm etwas aus der Hand fällt, auf dem Boden zerbricht und die ohnehin im Bad bestehende Sauerei nur noch viel größer macht.

Er hatte Ordnungsdienst und ist sehr sorgfältig. Als alle den Klassenraum verlassen hatten, wollte er das unansehnliche Farbkissen für den Bienchenstempel seiner Lehrerin abwaschen. Nachdem er nun am Waschbecken des Klassenraumes schon ein gehöriges Unheil angerichtet hatte, wollte er es dort nicht übertreiben. Er packte es ein und nahm das Ding im Ranzen mit nach Haus.

Wer jemals versuchte, ein Stempelkissen zu waschen oder verschmierte Tinte im Haus zu entfernen, weiß, was ein Familienknecht leiden kann. Ich freu mich morgen schon auf das Geputze im Klassenraum unter den Augen und Fragen von 24 Kindern.

Aber die Handyaufnahme bleibt, die ist ein echter Brüller.