Familienknechte sind bekanntlich ideale Opfer unliebsamer Hausaufgaben. Auch diese Anforderungen wachsen stetig. Oft sehnt man sich zurück nach Zeiten, wo man nur Dreiecke, Kreise und Quadrate aus buntem Papier schneiden musste. Und dafür gab´s dann noch Lob!

Bei neueren Themen hat man es oft nicht mehr so leicht. Wenn Pauker über gesunde Ernährung sprechen, finde ich das prima. Wenn die kleinen Fresslinge dabei etwas für ihr eigenes (länger gesundes) Leben lernen, auch. Nur die Themenvertiefung ist gelegentlich aufreibend.

Heute: wie wird mein Lieblingsessen  hergestellt?

Bei Spaghetti und Tomatensoße kam das kleine Leckermäulchen gut zurecht. Aber in unsere Soße schneiden wir neben Zwiebeln auch angebratene Wiener Würstchen. Klare Kinderfrage: wie kommt denn die Wurst immer so rein, in den kleinen Darm? Gute Frage.

Also Kurzexkurs in die Lebensmitteltechnologie. Die Kette vom Schwein im Stall bis zur Masse und dann die Krönung der Verarbeitung: der Vakuumfüller! Wie das Ding funktioniert, ist sogar für den Laien interessant. Antrieb, Steuerung, Dosierung, das sind schon kleine technische Meisterwerke. Dazu gibt es einen Einblick, wie raffiniert und gleichzeitig hochsauber in diesem Bereich gearbeitet wird. Werden muss.

Aber die Krönung bleibt doch die Profilierungssucht der kleinen Besserwisser. Was freut sich der Schlingel, wenn er als Einziger in der Klasse mit solch technischen Details aufwarten kann. Wie andere Menschen Dollarzeichen in den Augen haben, führt er die Wunschzensur 1 im Schilde.

Und dann hab ich als Familienknecht meine Hausaufgaben doch wohl bestens erledigt, wie?