Es grillt wieder in Deutschland!

Da man sich hierzulande erbärmlich durch den langen, harten Winter hungerte, giert das ganze Land nun wieder nach eingelegter Luderatzung vom Edelstahltropfnetz über der Glut.

Hastig wird en passant an der Tanke nach den überteuerten Säcken kinderhandgekokter Hartholzkohle südländischer Tropenbestände gegriffen.

Zu Haus eilt man sogleich zum flüssigen chemisierten Schnellzünder um noch vorm Sonnenuntergang dem Nachbar durch Rauchzeichen bekannt zu geben, dass man auch dieses Jahr wieder dabei ist.

Eröffnet ist er wieder, der großartige Wettstreit der Käse-Fisch- und Wurstverbrenner. Es ist und bleibt auch in diesem Jahr die Domäne der Könner und Kenner- eine letzte Domäne der Männer. Eindrücklich untermalt vom zischen und ploppen der Bierflaschen. Die werden nur – und diesmal wirklich nur- zum Ablöschen der Bratenstücke benutzt.

Endlich kann Freundschaft und Nachbarschaft wieder öffentlich auf Terrassen, Balkonen und in Gärten zelebriert oder vorgegaukelt werden.

Wie all die Jahre meist bis Nachts um zwei.

Die Knechterinnen werden auch in diesem Sommer die niederen Arbeiten zu verrichten haben. Sie machen sich über das Putzgemüse und die Salatschüsseln her, um die benötigten Zutaten zur Fertigstellung unglaublicher Gaumengenüsse zeitgerecht reichen zu können.

Durch Stadt und Land ziehen erst die Marketender von Bofrost und Co und dann so dicke  Rauchschwaden, dass man meint, Wallensteins Lager ist gleich bei uns um die Ecke.

Zufrieden jauchzet Groß und Klein: hier grille ich, hier darf ich sein!