Als Familienknecht habe ich ein tiefes Vertrauen darauf, dass das Leben weiter geht und sich alles irgendwie richten wird. Und damit meine ich keinen Fatalismus in Reinkultur, sondern eine Art tief innewohnendes Gottvertrauen auf die Weisheit meiner Knechterin. Nur manchmal bringt sie mich damit an den Rand des Wahnsinns. Also genaugenommen jetzt.

Die Analyse unserer Altersvorsorge ließ sie erkennen, dass zügiger Handlungsbedarf gegeben sei. Erst einmal für mich. Denn schließlich müsse man sich die Arbeit ja gerecht teilen.

Und das sieht so aus, dass ich vorerst mal den leichten Teil übernehme:

Ich suche intensiv nach den mir von ihr vorgegebenen Kriterien nach Immobilien in Berlin. Dann schau ich mir die besten 30 – 40 vorab an und gebe die Top 5 zur Entscheidungsvorlage an sie ab.

Dann beginnt ihr schwerer Teil: Sie wägt ab, ob tatsächlich alle 5 in Frage kommen und dann schauen wir uns die übrigen gemeinsam an, bevor sie entscheidet. Toll, was?

Das führt dazu, dass ich bis zu viermal am Tag durch die Stadt düse, fast nebenbei noch arbeite und dann zum Ausgleich am Abend meine Bad- Baustelle bis gegen Mitternacht weiterführe. Und da ist er dann, der Rand des Wahnsinns.

Wie lange das so weiter geht kann jetzt noch niemand sagen. Permanenter Stress bei gleichzeitigem Termindruck und anhaltender Abstinenz soll ja schon zu Geistesschäden geführt haben. Manch einer wurde vielleicht schon beim Gedanken an Gottvertrauen gleich zu ihm befohlen…