Im wahren Leben ist es manchmal so, wie es die Politik vormacht- oder genau umgekehrt:

kommt irgend ein Ereignis, dann muss „angemessen“ reagiert werden.

Passiert etwas, so erheben Politiker gern reflexartig und öffentlichkeitswirksam einige längst für selbstverständlich gehaltene Forderungen. Manchmal schießen einige zum „Abtesten“ der Reaktionen wohlbedacht über das Ziel hinaus, um sich auf das von der Öffentlichkeit gewollte Maß herunterstutzen zu lassen.

Hilfreich ist es für Politiker, eilig Arbeitsgruppen zu gründen um erst mal ein Konzept auszuarbeiten. Das zeigt Reaktion, heißt aber lange nicht, dass auch etwas passiert.

Die Reaktion dauert genau so lange, wie das öffentliche Interesse durch die Medien lautgeschrien wird. Nach dieser Halbwertzeit verständigt sich die Arbeitsgruppe stillschweigend darauf, das man wichtigere Aufgaben hat und das Problem kommt in die Schublade. Bis zum nächsten medialen Aufschrei.

Nicht so meine Knechterin! Wenn die ihre Arbeitsgruppe bildet (also mich) dann hält sie deren Tätigkeit auch am Laufen.

Ich dachte echt, sie meint es nicht so sehr ernst, als sie die  Suche nach dem  “Alterssitz” beauftragte. Ich schleppte ein paar Objekte an und hoffte auf Versenkung in der Schublade…

Doch anders als die Medien bei einem Problem treibt sie mich dauernd an.

Nicht genug, dass ich ab letzten Mai dauernd neue  Objekte suchen musste. Jetzt geht es in die nächste Runde, legte sie fest.

Zumindest erstmal für mich. Erkundigungen einziehen!

Was ist so eine Immobilie tatsächlich wert? Schließlich kauft man ja mit einer Immobilie viel mehr als z. B. eine Aktentasche. Gefragt ist darum eine umfassende Recherche und nicht nur ablesen, was der Makler schreibt:

Wo liegt die Immobilie, was war früher dort und was ist künftig geplant  (Flughafen, Autobahn, Einkaufszentrum, Grundwasserbedingungen, Bodenkontamination…) Und natürlich so Dinge wie Schulen, Freizeit, Nachbarschaftsumfeld u.s.w. Im Prinzip genau das, was der Familienknecht schon immer mal machen wollte. So als Donald-Trump-Sherlock-Holmes stundenlang unterwegs zu sein.

Wie gesagt, wenn man gerade nichts anderes zu tun hat und einem die Knechterin im Nacken sitzt…

Also kümmere ich mich bei den letzten drei Objekten nun um den tatsächlichen Immobilienwert. Neben der „Netzhilfe“ habe ich mich immer wieder stundenlang dort zu Fuß herumgedrückt um einen Eindruck von der Lebensqualität zu bekommen, die einen da erwartet. Man will schon wissen, welche Sprache dort gesprochen wird. Und was sagen die Kriminalstatistik und Sarrazin zu der Gegend?

Wenn man alles fein vergleichend zusammen trägt und dann auf dem Tisch vor sich hat ist´s schon schön. Da fällt die Entscheidung nicht sehr schwer.

Hoffe ich jedenfalls, sonst muss ich ja schon wieder los, im Auftrag der Knechterin…