Der Kleinknecht jammert seit Tagen und trägt mit großem Engagement üble Laune vor.

Alles begann, nachdem er freiwillig in die neue Schule gewechselt war.

Er könne doch soo niemanden aus seinem Gymnasium zu sich nach Hause einladen.

(???)

Da sind seiner Meinung nach tausend Sachen, die erst mal gar nicht gehen.

Vom unbeschäftigten Rest der um meine üppige Freizeit ach so besorgten Familienbande bekommt er natürlich Recht.

Nicht nur das, sogar direkten Zuspruch.

So ginge es auf keinen Fall weiter, es müsse jetzt ein ganz ein anderer Wind hier rein… sofort!

“Ich verstehe ja…” versuche ich einen Einwand, den die Knechterin direkt im Ansatz in eine Zustimmung umzuwandeln weiß.

“Na dann ist ja alles klar”, höre ich, “fang schon mal mit den Plüschtieren an, zieh die Haken und Dübel raus und schmier die Löcher alle mit Acryl zu…”

Der ungeübte Knechtleser sollte an dieser Stelle wissen, dass sich um die ausufernde, textile Zooplage der Knechtsfamilie Legenden ranken.

Zum Beispiel die, das die Knechterin schon beim Einzug darauf bestand, dass alle ihre Lieben aus Kindertagen mit umziehen.

Sie hatte damals sehr viele Lieben. Und jeder gute Besucher brachte der kleinen Süßen damals Plüschtiere aus aller Welt mit…

Im Prinzip kamen alle Wochen neue hinzu. Große und kleine, einschließlich des dicken blitzblauen Rummelhundes vom Schießbuden-Hauptgewinn.

So zogen hier damals viele stinkalte, mottenzerfressene Gnome und schlimmeres ein. Und inzwischen kamen noch viele, viele hinzu.

Nichts, aber auch gar nichts davon durfte je in den Müll- auch wenn sie längst dort hin gehörten.

Durch Herrinnen-Definition und Ukas-di-Mufti wurde nämlich allen, sogar den krümelnden und teilamputierten Viechern, eine jeweils eigene Seele vergeben.

Mehr Familienbindung als Seele geht bekanntlich nicht. Was also sollte ich tun?

Im Laufe der Zeit gelang es mir, jeweils 20 bis 30 kleine Exemplare zu separieren und sie so dem Teilvergessen anheim fallen zu lassen.

Später fielen die dann jeweils in eigens vom Handel bereitgestellte Vakuum- Aufbewahrungsboxen. Zum Konservieren wurde mit dem Staubsauger die Luft aus diesen Tüten rausgesaugt und dann ab mit den bizarren Plastiksärgen in die hinterste Ecke der Kammer.

Wehe dem, der einmal unvorbereitet die Türe öffnet und dem plastinierten Pluto ins Auge schaut! Der bekommt einen Schreck, der wirklich Nerven zehrt.

Nun durften also mit höchstem Segen all diese Milbengrüfte in das Kabinet des Schreckens- zur Aufbewahrung für die nächste Generation.

Die Ärmsten dieser nächsten Generation, wenn die nur wüßten!

Es gilt also, die Jungs zu ihren Kameraden und damit um die Ecke zu bringen.

Juchee !

Inzwischen sind ein gutes Dutzend der 1200 x 900 großen Knittertüten hinzugekommen und noch ist kein wirkliches Ende abzusehen.

Mein geliebter Staubsauger mußte schon umziehen deswegen.

Als hätte der keine Seele.

Aber es ist ja halt nur meiner…