Manchmal geschehen dem Familienknecht wundersame Dinge.

So geschehen vor wenigen Tagen. Wir waren auf dem Weg zu Verwandten in Randberlin und hielten an einer Gärtnerei an, um Blumen für die Dame des Hauses auf dem Wege frisch zu kaufen.

Auf dem Verkaufstresen der scheinbar netten Gärtnersfrau fanden sich viele interessante Gewächse, darunter ein ganz besonders schöner und glänzender Kürbis. Als ich fragte, ob es sich um eine essbare Sorte handelte sah mich die Gärtnerin ungläubig an. Sie suchte mit den Augen gleichentrüstete Kunden und intonierte nach ihrem Sucherfolg laut in der Art einer Altberliner Backwarenverkäuferin:

“Sagn se bloß se kenn keen Hockaido- Mann den müssn se nich mal scheeln!”

Nein, mußte ich zugeben, kannte ich bis dahin nicht. Sieht ausländisch aus und was der Knecht nicht kennt…

“Passn se uff,…”

Schon diktierte sie mir ihr Rezept in den Kopf.

Jede Silbe betonend, langsam und deutlich hämmerte sie Handhabungen und Gewürze ein. So konnten zum Glück auch die Umstehenden und alle ankommenden Kunden auf dem Parkplatz gleich mitspeichern.

Viele Fragezeichen taten sich im Hirn des Bratkartoffelverzehrers auf: Curcuma, Ingwer, Macis, Coriander- sowas kommt in Suppen und soll auch noch schmecken?

“Und wenn se dit jetz nich jerafft ham, kiekn se in´t Kochbuch, lesen könse doch, wat? Macht siehmfuffzich- und den schnieken Kürbis schenk ick se obendruff! Dankn se nich so doll, sonst wer ick noch rot, komm se lieba ma wieda.”

Was soll ich sagen, die Knechterin fuhr schnurstracks in einem Fachgeschäft für Küchenausrüstungen vorbei, kaufte Topf und Pürierstab. Zuhause dann wurde gekocht und probiert. Also erst mal ich.

Echt lecker. Und zu der Gärtnerin fahren wir trotzdem wieder hin.

Belehrung lohnt sich!