Als erblich bedingter Kleinknechtaufzieher ist man ständig lauernden Gefahren ausgesetzt, auch unbekannten. Meist merkt man es gar nicht – oder eben zu spät.

Gelegentlich kommen dem Familien-Knecht einschlägige Meldungen der Öffentlichkeit zu Hilfe, die solche Gefahren signalisieren. Man muss sie dann allerdings erkennen, annehmen und umsetzen.

Kürzlich ließ der BGH in einer Urteilsverkündung wissen, dass Eltern von pubertierenden Musicdownloadern doch nicht generell für alles verantwortlich sind. Sie sind also nicht automatisch Zahlmeister für alles, was sich durch die sich permanent ändernde Synapsenvertromung der Entwicklungshirnträger ereignet.

In dem geurteilten Fall war es wohl so, dass die Eltern ihre Kinder über die Gefahren der vermeintlich illegalen Musikschacherei vorab aufgeklärt hatten und ihnen dieses Tun auch untersagten.

Wie von den Eltern leider nicht zu verhindern war, haben die Kids trotzdem heimlich Songs auf irgend einer (vielleicht gar nicht als solche zu erkennenden) Tauschbörse eingestellt.

Üble Sache das, zumal systemisch geiernde Anwälte mit hochentwickelter Software permanent das Netz und einschlägige Tauschbörsen nach sowas scannen. Folglich fischten sie die anbietenden Kinder heraus und wollten Ihre Aufzuchtmeister zu extremen Zahlungen verknacken. Es sollte nach ihrem Gusto auch gern ein Exempel statuiert werden.

Doch die braven Eltern ließen sich nicht von dödeligen Amtsrichtern vereimern und gingen durch die Instanzen bis zum BGH.

Vielen Dank an die Eltern und ihren Anwalt dafür!

Dort erst stellte man kindliches Tun wieder als solches auf die Beine und erteilte den Anwälten und der Musikindustrie mit Blick auf die Wirklichkeit des Lebens eine kräftige Watsche.

Aber nur weil die Eltern ihre Kinder zuvor ordentlich belehrt haben!

Folglich trug mir die Knechterin auf, Gegenmaßnahmen gegen derartige Anwaltsforderungen einzuleiten. Sofort!

Gestern Abend, während sich andere Männer vermutlich die Sportschau ansehen durften, habe ich eine

“Ihr Kleinknechte sollt keine Musik illegal downloaden und/oder zum Tausch im Netz anbieten sowie andere verbotene Dinge tun”- Rede notiert.

Heute wurden dann Kind und Kegel vor laufendem Video und mit ernster Mine belehrt.

Vielleicht schützt es nicht vor allem -ähnlich wie Versicherungen- aber wenigstens kann man sich bei entsprechenden Anwürfen unter Hinweis auf das bereits ergangene BGH-Urteil vor Schlimmerem bewahren. Ich bin mir nämlich nicht immer sicher, dass unsere Kleinknechte dauerhaft die Finger von der Musikzockerei lassen. Wie auch?

Zur Nachahmung ausdrücklich allen Eltern empfohlen!