Sitze im Wohlfühlzimmer und freue mich. Freue mich so sehr, dass ich gar nicht mehr weiß, wie ich es machen soll, vor lauter Freude.

Schwarze Katzen sollen ja Glück bringen. Streichle darum eine gelangweilt neben mir liegende, fette schwarze Gastkatze. Erst am Rücken, dann am Bauch. Die mag das nicht, dreht sich blitzschnell um und hackt ihre Fangzähne kurz in meine Hand. Genau da, wo noch kein Verband ist.

Es ist das Dritte oder vierte mal heut, dass mich eins der lieben Tiere bedenkt. Zum Glück traf es keine Ader und darum blutet es nicht sehr schlimm.

Die Miez ist sauer, weil sie den Silvesterabend hier mit mir und ohne ihr Frauchen verbringen muss.

Fragt mich einer? Hilft einer dem Familienknecht?

Natürlich hab ich das nicht gewollt, und bin wie immer schuldlos da rein geraten.

Die Knechterin ist in der Nachbarschaft bekannt als fleischgewordene Tierliebe. Während einiger Gespäche hat sie die armen Tiere bedauert, die zu Silvester von den Menschen mit Knallereien gequält werden.

Großmütig bot sie seit Wochen Aufnahme und Betreuung verschiedener Tiere am letzten Tag des Jahres an. Wohl wissend, dass ihr Familienknecht keinesfalls zur Silvesterfeier ihrer Freundinnen gehen würde.

Sie hatte nämlich bei der innerfamiliären Partyverlosung das große Los gezogen. Hätte ich gewonnen, wäre wahrscheinlich sie zu Haus geblieben, aber so muss ich den Herbergsvater und Dosenöffner geben.

Zweimal Dinner for one hatte ich schon und auch zweimal großes Katzengeschäft auf dem Streuklo. Toll, beides direkt vor meinem Abendessen…

Aber nächstes Jahr- ich schwör´s Euch- nächstes Jahr wird alles besser.

Ich hab noch keine Ahnung, was ich alles anders machen werde, aber es wird mein Jahr –das Beste bisher!

Ich rufe es also ganz öffentlich aus: das Jahr des Familienknechts!