Ungewohnt viele Menschen fasten. Ich bemerke sie zahlreich wie nie zuvor.

Obwohl, gelegentlich darf man am tieferen Sinn etwas zweifeln. Vielleicht kommt es auf Art und Inhalt des Fastens an. Oder man sollte sich des Themas philosophischer nähern als ich. Mag sein. Aber für Sprechfasten ist mir wirklich kein Grund erkennbar. Trotzdem gibt es das.

Jugendliche reden so, treffen aber beim Rest der Bevölkerung auf gelegentliches Unverständnis. Vor allem bei denen, die über der Todesgrenze von 30 Geburtstagen als Gammelfleisch abhartzen.

Gerade die zwingen die Jugend regelrecht zum Sprechfasten. Hart am Altersstarrsinn kratzende Rentnerbarbies meinen ja, die Sprache vereinnahmt zu haben.

Auch die heutige Jugend grenzt sich gegen Vereinnahmung ab.

Aber mal voll krass alda!

Am Sprechfasten erkennen Vorsichhinsiechende gelegentlich das Bemühen der Jugend um soziale  Kontakte. Oder um eine eigene Identität.

Mit nur 300 Worten sind die durch, in ihrer Welt.

Tendenz stark fallend.

Wer sich heute in der gymnasialen Oberstufe Berlins um das Wohlergehen eines Freundes sorgt, der fragt:

„Ey Kanak, warsu Tarek zause?“

Antwort: „Alder, dem ist dem Problem. Der is vol am Schneckenstechen mit dem neue Tuss, isch schwör! Vol der Nahkampfsocke, weisstu wie isch mein alda“

Jaa, dieses feine, präpubertäre Kanakisch, das macht uns schon beim Lesen “vol krass Hummeltitten auf der Arm”.

Würde Goethe die angenommene Maximalrotation beenden, könnte man ihn zum Beispiel fragen: „Warßn jez wida?!“

Feingeistig antwortete er bestimmt: Kotzen.