Irgendwann trifft es auch den treusorgenden Familienknecht auf die unangenehmste Weise. Wie es sich gehört natürlich auch noch zu einer Zeit, wo man so was wirklich gar nicht gebrauchen kann.

So auch bei uns. Als die Knechterin vor kurzem wieder mal den frühlingshaften Hühnerscharrkurs mit Feudel und Eimer in heimischen Gemäuern absolvierte, ersann sie eine neue Idee:

Und kaum gedacht, wollte sie es auch schon getan sein lassen. Am Liebsten wie üblich von mir und dafür aber sofort.

„Schaaatz, kannst du mir mal bitte helfen…?“ drang es wieder mal an mein Ohr.  Wer kann da schon widerstehen? Noch dazu in meiner von Schmerzen und Erwartungsangst gebeugten Position!

Um dem geneigten Leser die Haltung zu verdeutlichen: Ich war soeben dabei, aus einem mit Haaren und weiteren undefinierbar verklebten Substanzen verschmierten Siphon des Waschbeckens den verlorengeglaubten Ohrring zu befreien. Und so schnell konnte ich den eben auslaufenden Geruchsverschluss auch nicht wieder dichten.

Sie rief noch einmal drängender und dann hörte ich, wie sie in einem Raum irgendwo mit aller Kraft Möbel zu verrücken begann.

Unsere schönen Sitzmöbel schickte sie wieder einmal auf eine ihrer berüchtigten Zimmerrreisen! Als ich das wahrnahm, sprintete ich die letzten Meter und riß dabei uneingedenk des dabei auftretenden Schmerzes noch eine Türklinke ab.

So kam ich vielleicht ein klein wenig später als ich es hätte tun sollen um Schlimmeres zu verhindern. Denn soeben hörte ich etwas krachen und darauf die massiv angeschwollene Stimme meiner Knechterin, die mir mehrere ungewohnt fäkalisierte Worte entgegen rief.

Als ich dazu kam und fragte, was los sei, lehnte sie schon mit vorwurfsvollem Blick am Sofa und deutete auf eine Ecke:

“Das da- und nur weil du dauernd so trödelst. Und jetzt sieh zu, wie du das wieder hinkriegst!“

Mein Blick tastete sich durch das Wohnzimmer und konnte nur die umgerissene Stehlampe erkennen. Die war noch von Tante Ortrud und hätte eh schon auf den Müll gehört. Also hielt sich der Verlust scheinbar erst mal in Grenzen.

Aber dann kam es: sie hatte beim unkontrollierten Möbelboule die gesamten Rückwandinstallationen herausgerissen und pulverisiert. Alle Kabel, Stecker und Dosen waren nur noch ein splitternder Schatten ihres früheren Ganzseins.

Große Kacke!

Es hat mich eine gehörige Zeit gekostet, erst mal den Schaden genau aufzunehmen, um mich dann auf die Suche zu machen, nach all den Verbindungsteilen, Unterputzdosen und dem TAE Stecker. Letzlicht fand ich es dann doch noch bequem und es passte alles in ein Päckchen.

Ganze 7 Stunden Arbeit hat sie mir allein für die Montagen aufgebürdet. Dafür musste sie mir aber auch einen lecker Bratapfelkuchen backen und versprechen, so was aber auch nie, nie wieder zu tun.

Außerdem konnte ich ihr nicht garantieren, dass alle Sender im TV wieder laufen. Besonders wenn Dieter Bohlen wieder bei Blöd-TV faselt.

Tja, Strafe muss sein!