Endlich wieder Leben in der Bude!

Nun werden wirklich dicke Bretter gebohrt.

Sie sind sogar schon vernagelt, die Vorhänge gespannt und die Hütte raucht. Scheinwerfer an und los geht die Mode- Sause in der Hauptstadt.

Was haben wir nicht alle darauf gewartet! Also zumindest die, die dort in der Nähe arbeiten. Den ersten Tagesstau konnte man auf dem Tempelhofer Damm eine ganze Stunde lang genießen.

Und da waren sie dann auch, die Störche:

fast ein Dutzend hübscher Models auf dem Weg zur Fashion Week.

Die Knechterin sagt:  in viel zu kurzen, luftigen Mäntelchen und in viieel zu hohen Schuhen.

(Der Familien-Knecht dagegen sagt: das geht ja gar nicht!)

Zur Freude aller Knechte sind Hunderte, der langen, dünnen Storchenbeine wieder in der Stadt.

Endlich kommt das alles jetzt und damit eine frischere als die moderige Flughafenluft.

Schließlich war es in den letzten Wochen recht unerquicklich, sich mit dem täglich übler dastehenden Flughafen BER in Schönefeld zu beschäftigen.

Erst war doch alles so toll – Wowis Chefsache eben.

Was ging dabei eigentlich nicht schief?

- Viel zu viel um darüber zu schreiben. Allein für die dramatische Schadensaufnahme braucht der neue technische Direktor mit seinem Mitarbeiterstab fast ein ganzes Jahr.

Okay, um mal das gesamte Positive zu benennen: da ist so eine Bauhülle errichtet worden und darin leuchtet erstmal Licht. War schon bisher teurer als berechnet, ist aber auch nicht so kalt wie draußen im Wind.

Es bleibt dabei: Niemand hat die Absicht einen Flughafen zu bauen!

Endlich, nun kann sich der flüchtende Flughafenangsthase endlich wieder dem zuwenden, was er offensichtlich als einziges kann: Party machen, sich richtig feiern lassen, dann ein paar Tage genüsslich ausspannen und ja keinen Anruf zulassen.

Ja, so sehen Berliner Ihren Tanzbären!

Nur leider ist Berlin inzwischen wirklich arm an guten Fachkräften für den Bau. Die Könner nehmen hier, wie in anderen deutschen Landen, reißaus vor dem hiesigen Baurecht.

Sie schaffen lieber von Shanghai über London bis Dubai – dort aber wirklich Großes. Für die Welt und sich.

Die Hiergebliebenen tun halt was sie können: sie versauen mit aller Kraft und jeder Menge kreativer Ideen den Rest des ehemals guten Rufs der deutschen Bauindustrie.

Der Kaiser, so hörte man, hat damals nicht seine besten Beamten in den Kongo geschickt. Heute gehen die Besten allein.

Ehedem eilte ihr überaus guter Ruf den deutschen Konstrukteuren, Architekten und Handwerkern weit voraus.

Hier wurden eine Eisenbahnlinie und Werke in China gebaut, dort eine U-Bahn in Ägypten. Die Welt steht voll Denkmäler deutscher Baukunst. Sogar die Olympischen Spiele 2012 in London wurden von deutschen Planern federführend baulich vorbereitet.

Schade nur, für Deutschland selbst.

Was aus dem Transrapid in Deutschland wurde ist bekannt. Hätte Sabbel-Ede nicht etwas unübersichtlicher als sonst gefaselt, kein Mensch würde sich heute noch daran erinnern.

Über den Katastrophenbau der Kölner U- Bahn oder das unglaubliche Elend der Hamburger Elbphilharmonie muss man nicht reden. Die zucken ja noch, sind noch nicht beerdigt.

Was soll´s, warum sollte es überhaupt noch ein Gebiet geben, auf dem deutsche Ingenieure und Fachkräfte weltweit etwas Besonderes zu bieten hätten?

Aus den meisten muslimischen Ländern kam schließlich in den letzten paar Hundert Jahren auch kein wirklicher wissenschaftlicher Impuls oder keine herausragende Leistung mehr. Und die Menschen dort leben auch… Jedenfalls irgendwie.

Wer dort halt in seinem unverbesserlichen Kopf etwas anderes zu gären hat, als alte Männer aus einem alten Buch herauslesen, wird gegebenenfalls kurzerhand von diesem üblen Geschwür befreit. So bleibt alles immer hübsch beim Alten und es hat sich. Wozu Wissenschaft und Technik, wenn sich mit Schlafmohn und sonnigem Nichtstun Lebenszeiten bequem erreichen lassen?

Aber Dank der überaus großzügigen und immerfortwährenden, internationalen Hilfe bei den aktuellen arabischen “Revolutionen” wird sich dort sicher bald alles zum Besseren wenden. Ganz klar, daß das so sein muss, denn es heißt doch:

Nichts auf dieser Welt ist so gut verteilt wie die Vernunft- jeder meint genug davon zu haben.